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Tag des Systemadministrators

Drei Fragen an System­adminis­trator Sven Buijssen

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Ein Mann in Jeans und weißem T-Shirt steht vor einem mannshohen schwarzen Rechner mit der Aufschrift "lido3". © Felix Schmale/TU Dort­mund
Sven Buijssen vom ITMC ist an der TU Dort­mund verantwortlich für LiDO3, den neuen Supercomputer, der vorrangig für rechenintensive wis­sen­schaft­liche Berechnungen eingesetzt wird.

Am letzten Freitag im Juli werden Systemadministratoren gewürdigt. Ein Systemadmin aus dem ITMC der TU Dort­mund plaudert an diesem Tag aus dem Nähkästchen.

Herr Buijssen, der letzte Freitag im Juli wurde zum „Tag des Systemadministrators" ausgerufen. Womit beschäftigen Sie sich als System­adminis­trator eigentlich?

Ich bin für einen Verbund von mehreren hundert Linuxservern verantwortlich, den HPC-Cluster LiDO3. Die Server stellen zusammen über 9000 Rechenkerne sowie einen gemeinsam nutzbaren Festplattenspeicher von 1200 Terabyte bereit und sind über ein Hochleistungsnetzwerk untereinander verknüpft. Aktuell nutzen fast 300 Wissen­schaft­lerinnen und Wissen­schaft­ler der TU Dort­mund aus den Bereichen Mathematik, Physik, Chemie, Informatik, Statistik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Architektur und Wirtschafts­wissen­schaften LiDO3 im Rahmen ihrer Forschungen für unterschiedlichste Simulationsrechnungen. Bei einem komplexen System wie diesem kommt es immer wieder zu Störungen: Manchmal aufgrund von Betriebssystemfehlern, Programmfehlern oder Inkompatibilitäten bei Anwendungen; hin und wieder liegt es daran, dass Nutzer die LiDO3-Ressourcen falsch verwenden; selten ist auch mal eine defekte Hardware daran schuld. Die jeweiligen Ursachen zu erkennen und zu beheben, möglichst ohne die Wissen­schaft­lerinnen und Wissen­schaft­ler in ihrer Arbeit zu behindern, ist ein Teil meiner täglichen Arbeit. Eine meiner wesentlichen Aufgaben ist es zudem, zusätzliche Spezialsoftware für die Forschenden bereitzustellen sowie sie bei deren effizientem Einsatz zu unterstützen.

Welches Problem war das bislang kniffligste, das Sie lösen mussten, und mit welchem Anliegen werden Sie am häufigsten konfrontiert?

Ich werde am häufigsten von Arbeitsgruppen darum gebeten, eine Anwendungssoftware aus dem akademischen Bereich zu installieren oder zu aktualisieren. Diese liegt typischerweise im Quellcode vor und muss zunächst in Maschinencode übersetzt werden, wofür ich Computerprogramme verwende, sogenannte Compiler. Manche Anwendungssoftware baut auf Dutzenden von Softwarebibliotheken auf, die eigenen Entwicklungszyklen unterliegen. Ich muss herausfinden, welche konkrete Version einer Softwarebibliothek geeignet ist und welche in Kombination mit anderen Softwarebibliotheken sowie mit der konkreten Anwendungssoftware passt. Ziel ist natürlich, dass die Anwendungssoftware die auf LiDO3 zur Verfügung stehenden Ressourcen möglichst effizient nutzt. Denn meist läuft diese hunderte, wenn nicht tausende Male mit unterschiedlichen Parametern für jeweils mehrere Stunden, Tage oder gar Wochen. Kleine Geschwindigkeitsvorteile im Maschinencode zahlen sich deshalb schnell aus.

Als besonders herausfordernd erwiesen sich in der Vergangenheit eine Analysesoftware vom europäischen Kernforschungszentrum CERN und eine Software zur Visualisierung von Simulationsergebnissen. Es dauerte in beiden Fällen mehrere Wochen mit Dutzenden von getesteten Kombinationen, sie so in Maschinencode zu übersetzen, dass sie stabil auf dem LiDO3-Cluster liefen.

Was gefällt Ihnen an dem Job?

Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich und weist kaum wiederkehrende Tätigkeiten auf, da sich diese meist gut automatisieren lassen. Ich werde fast täglich mit neuen Fragen konfrontiert, auf die ich meist keine sofortige Antwort kenne, sondern nur einen oder mehrere Ansätze und Optionen, wie ich das Problem lösen könnte. Für die allermeisten Probleme gibt es mindestens eine Lösung, auch wenn nicht immer gleich klar ist, wie diese aussieht. Die Wissen­schaft­lerinnen und Wissen­schaft­ler dabei unterstützen zu können, neue Erkenntnisse zu gewinnen, ist eine herausfordernde und zufriedenstellende Tätigkeit.

Zur Person

Sven Buijssen hat an der Universität Heidelberg Mathematik und Informatik studiert. Nach seinem Studienabschluss war er seit 2002 als wissenschaftlicher Angestellter an der Fakultät für Mathematik der TU Dort­mund beschäftigt und arbeitete im Bereich Hoch­leistungs­rechnen. Er half bereits beim Aufbau und Betrieb des ersten, 2006 in Dienst gestellten Linux-HPC-Clusters an der TU Dort­mund, LiDO1, und ist seit 2016 in Diensten des ITMC hauptverantwortlich für die Nachfolgecluster LiDO2 und mittlerweile LiDO3.

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Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Universität Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dort­mund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der Technischen Universität Dort­mund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark. Genauere Informationen können Sie den Lageplänen entnehmen.