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50 Jahre – 50 Köpfe: Drei Fragen an Volker Grabow zur Motorik von Kindern und Ruderinnen und Ruderern

Sein Büro hat der Ruderweltmeister Volker Grabow direkt über den Turnhallen des Sportinstituts und dem Fitnessförderwerk der TU Dortmund. Für dessen Bau hatte er sich eingesetzt und den letzten Nagel in den Dachstuhl eingeschlagen. Dieses universitäre Fitnessstudio nutzt er immer noch regelmäßig für Seminare.

Herr Grabow, zu Ihrer Profession als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sport und Sportwissenschaft fanden Sie über einen Umweg...

Jein. Nachdem ich mein Lehramtsstudium für Mathematik und Sport abgeschlossen hatte und mich auf mein zweites  Staatsexamen u.a. am Leibniz-Gymnasium in Dortmund vorbereitete, sah ich eine Ausschreibung der Fakultät für Mathematik der Dortmunder Universität. Dort  wurde ich wissenschaftlicher Mitarbeiter – allerdings im Bereich der Didaktik der Mathematik. Bereits damals schlug ich den Bogen von der Mathematik zum Sport: Ich entwickelte „Traindok”, ein System, das Trainings- und Leistungsdaten im Spitzensport Rudern miteinander verknüpft.

Sie befassen sich aber auch seit vielen Jahren mit der Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Sind Kinder heute unsportlicher als früher, wie es oft beklagt wird?

Ja, die Motorik bei vielen Kindern hat sich im Laufe der Jahre durchschnittlich verschlechtert. Kinder bewegen sich zu wenig und daddeln zu viel, sie rufen ihre motorischen Leistungen zu selten ab. Dieser Test, an dessen Entwicklung ich mitgearbeitet habe, hilft, die körperliche Leistungsfähigkeit von Kindern einzuschätzen, um sie anschließend in ihrer Entwicklung und ihrem Bewegungsverhalten adäquat zu fördern. Für die Studierenden meines Seminars sind diese Tests, die bei uns jährlich ca. 800 Grundschülerinnen und Grundschüler in Dortmund durchlaufen, sehr aufschlussreiche Praxiserlebnisse. Ich habe mein Wissen als Sportler und die Erkenntnisse aus meiner Forschung von Trainings- und Leistungsdaten bei der Erstellung des Tests eingebracht und entwickle den Test und andere Verfahren kontinuierlich weiter.

Sie sind auch noch in der Ruderszene aktiv?

Ja, ich betreue gemeinsam mit anderen Expertinnen und Experten wissenschaftlich Ruderinnen und Ruderer am Ruderleistungszentrum Dortmund. Da bin ich unter anderem für die Männer des Deutschland-Achters aktiv, der seit Jahren an der Weltspitze rudert und der sich bereits auf die Olympischen Spiele 2020 vorbereitet. Bis dahin will ich ihn auf jeden Fall begleiten. Wie beim Schulsport kommen beim Ruderleistungszentrum unsere wissenschaftlich erforschten Systeme zum Einsatz. Das Spannende ist, dass unser Team schon Generationen von Sportlerinnen und Sportlern betreut hat. Wir helfen Spitzenathletinnen und -athleten, wir begleiten aber auch viele Ruderinnen und Ruderer, die es dann schlussendlich nicht schaffen.

 

Zur Person:

Volker Grabow verbrachte seine ersten Lebensjahre in Leverkusen und bewahrte seine rheinische Leichtigkeit. Er gewann 13 deutsche Meistertitel im Zweier, Vierer und Achter. Seine größten Erfolge waren zwei Weltmeistertitel 1983 und 1985 im Vierer ohne Steuermann. Bei den Olympischen Spielen 1984 wurde er in diesem Boot Vierter, bei Olympia in Seoul 1988 gewann er die Bronzemedaille.

Alle bisherigen Interviews der Reihe „50 Jahre – 50 Köpfe” finden Sie auf der Jubiläums-Webseite:

Sie kennen eine Person, die wir für die Reihe „50 Jahre – 50 Köpfe” interviewen sollten? Senden Sie uns gerne Ihre Vorschläge:

 



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