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50 Jahre – 50 Köpfe: Drei Fragen an Christian Cöster zum Mathetower-Run

Als zusätzliche Disziplin des jährlichen Campuslaufs an der TU Dortmund findet seit rund zehn Jahren der Mathetower-Run statt. Mit zehn Stockwerken und 220 Stufen ist der Turm das höchste Gebäude auf dem Campus. Christian Cöster, TU-Absolvent und derzeit Doktorand an der University of Oxford, hält mit 1:01 Minuten den Rekord seit 2015.

Herr Cöster, wie haben Sie sich auf den Mathetower-Run vorbereitet?

Je nach Zielsetzung kann man es auch ohne spezielle Vorbereitung einfach mal versuchen. Bei meiner ersten Teilnahme habe ich vorher nur einen einzigen Testlauf gemacht. Damit wollte ich herausfinden, ob ich von Anfang an Vollgas geben kann oder mir die Kraft gleichmäßiger einteilen muss. Da der Vollgas-Testlauf eine passable Zeit geliefert hat, bin ich bei dieser Strategie geblieben. Die darauffolgenden Jahre habe ich es dann ernster genommen, da es jeweils einen Titel zu verteidigen und eine Zeit zu verbessern galt. Einige Wochen vorher habe ich jeweils angefangen, einmal wöchentlich hochzusprinten. Im Nachhinein denke ich aber, dass Intervall-Läufe wie zum Beispiel 5x4 Stockwerke wohl effizienter gewesen wären, als immer nur einmal stumpf von unten nach oben zu stürmen.

Was ist die besondere Herausforderung beim Treppenlauf?

Mir ist kaum eine andere Sportart bekannt, in der man sich innerhalb einer Minute fast bis zum Erbrechen oder darüber hinaus pushen kann. Da es relativ steil bergauf geht, hat man natürlich einen viel größeren Widerstand zu bekämpfen als bei anderen Läufen. Am Ende des Laufs waren meine Beine immer so schwach, dass ich das letzte Stockwerk mehr gehumpelt als gelaufen bin. Ohne mich am Geländer hochzuziehen, hätte ich es wohl nicht geschafft. Nach der letzten Stufe gibt es auch noch ein kurzes ebenes Stück bis zur Ziellinie. Hier ist es die größte Herausforderung, nicht hinzufallen, da die Beine so sehr an die Treppen-Bewegung gewöhnt sind. Zweimal haben meine Beine da versagt und ich bin nur mit Glück noch über die Ziellinie gerollt.

Laufen Sie auch in Oxford noch Treppen in rekordverdächtigen Zeiten hoch oder treiben Sie einen anderen Sport dort?

Die Vielfalt des Sportangebots ist hier so breit, dass sogar Muggle-Quidditch dazugehört – von einem Oxforder Treppenlauf habe ich aber leider noch nicht gehört. Der mit Abstand beliebteste Sport in Oxford ist Rudern und auch ich konnte nicht widerstehen, mit dem Rudern anzufangen. Durchschnittlich trainiere ich zehnmal die Woche und gehöre wie die meisten einem der über 30 College-Ruderclubs an. Im letzten Trimester habe ich allerdings mit dem Uni-Team trainiert, das sich auf das berühmte Boat Race gegen Cambridge vorbereitet. Dort war ich unter den letzten 22 Kandidaten, hatte letztlich gegen die Konkurrenz, die unter anderem aus Olympia-Ruderern und Weltmeistern besteht, aber keine Chance. Mit einer Dauer von rund 20 Minuten liegt mir das Boat Race zudem auch weniger als der etwa einminütige Mathetower-Run. Durch das Rudern wäre ich inzwischen vielleicht fit genug, hier die Minute endlich zu unterschreiten. Es kribbelt mich nach wie vor in den Beinen und vielleicht werde ich es nochmal versuchen, wenn es sich einrichten lässt.


Zur Person:

Christian Cöster hat an der TU Dortmund Informatik (B.Sc.) und Mathematik (B.Sc. und M.Sc.) studiert. Seit 2015 promoviert er an der University of Oxford in Informatik.


Alle bisherigen Interviews der Reihe "50 Jahre – 50 Köpfe" finden Sie auf der Jubiläums-Webseite:



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