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Von TU-Studentinnen konzipierte Ausstellung „Unterstützte Kommunikation – Geschichte wird lebendig” im Dortmunder U eröffnet

Das Fachgebiet der Unterstützten Kommunikation (UK) befasst sich mit alternativen Möglichkeiten für Menschen, die nicht von allen anderen über ihre Lautsprache verstanden werden. In der Hochschuletage des Dortmunder U können Besucherinnen und Besucher jetzt in einer neuen Ausstellung sehen und selbst ausprobieren, welche Hilfsmittel und Konzepte in den vergangenen Jahrzehnten in diesem Bereich entwickelt wurden. Eine Projektgruppe aus Studentinnen der Rehabilitationspädagogik der TU Dortmund hat sich ein Jahr lang mit dem Thema beschäftigt und die Ausstellung konzipiert, die am 2. September eröffnet wurde.

Sehr anschaulich können Besucherinnen und Besucher zum Beispiel die technische Entwicklung von den ersten noch sehr unhandlichen elektronischen Kommunikationsgeräten mit synthetischer Sprachausgabe bis zu heutigen Tablet-Apps nachvollziehen. Sie spielen in der Unterstützten Kommunikation eine große Rolle. Häufig sind Menschen betroffen, die nicht nur sprachliche, sondern auch schwere körperliche Einschränkungen haben, deshalb  ist auch die Entwicklung verschiedener Ansteuerungsmöglichkeiten, wie beispielsweise Augensteuerung ein Teil dieser Geschichte. Seit fast 30 Jahren hat es sich die Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation in Deutschland zur Aufgabe gemacht, sich gemeinsam mit Betroffenen und Angehörigen dafür einzusetzen, dass die Bedarfe der betroffenen nicht-sprechenden Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen erkannt und die Teilhabe-Möglichkeiten für nicht-sprechende Menschen in allen Lebensbereichen beständig verbessert werden.

Literaturrecherche und Experteninterviews dienten als Grundlage der Ausstellung

Die Studentinnen erarbeiteten die Ausstellung im Rahmen des Projektstudiums, in dem sie mit berufsfeld-orientierten Fragestellungen konfrontiert wurden, die dann in einem gemeinsamen Prozess über ein Jahr lang von Studierenden, Lehrenden und Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern entwickelt und von den Studierenden eigenverantwortlich erarbeitet wurden. So haben die sieben Studentinnen mittels Literaturrecherche und  Interviews mit Betroffenen und Expertinnen und Experten aus den Bereichen der Rehabilitationspädagogik, der Sprachwissenschaften oder der Hilfsmittelentwicklung  die Meilensteine zur Geschichte der Unterstützten Kommunikation erforscht und daraus eine Wanderausstellung konzipiert.

Zur Eröffnung dieser Ausstellung in der Hochschuletage des Dortmunder U wurden die circa 60 Gäste aus Wissenschaft, Hilfsmittelfirmen, verschiedenen Einrichtungen sowie der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation nach einer musikalischen Einstimmung durch das inklusive Ensemble „Studio 13”  von Prof. Ingo Bosse im Namen der Fakultät und des Fachgebiets Körperliche und Motorische Entwicklung begrüßt. Die Mitglieder der Projektgruppe gaben einen  Einblick in die Entstehung und den Verlauf des Projekts und übergaben anschließend die Wanderausstellung symbolisch auf einem Speichermedium an die Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation. Kathrin Lemler als Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation präsentierte in einem Scrabble-Vortrag eindrucksvoll die Bedeutung von Unterstützter Kommunikation aus der Sicht einer Nutzerin: „UK bedeutet Unabhängigkeit, weckt Neugier, möchte Teilhabe, heißt Entwicklung, bringt zum Reden …, wirkt nachhaltig.” In diesem Sinne wird diese Wanderausstellung im Rahmen des Fachkongresses  „UK spricht viele Sprachen” vom 16. bis zum 18. November erneut in Dortmund präsentiert werden, bevor sie dann an weiteren Orten ausgestellt werden kann.

Interaktive Stationen laden zum Ausprobieren ein

Nach einer kulinarischen Stärkung, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Werkstatt über den Teichen angeboten wurde, blieben viele Gäste in  fachlichem Austausch oder genossen den Rundgang durch die Ausstellung. An den einzelnen Stationen sind eine Vielzahl von Exponaten zu sehen, wie beispielsweise „Hector”, der mit einer Größe von 60 x 35 Zentimetern und einem Gewicht von circa 12 Kilogramm die erste mobile Kommunikationshilfe mit Sprachausgabe in Deutschland war.  Zu den Meilensteinen der Entwicklung Unterstützter Kommunikation gehören ebenfalls die Gründung des Vereins im Jahr 1990 mit allen Aktivitäten zur Verbreitung des Fachgebiets Unterstützter Kommunikation oder verschiedenste Generationen von elektronischen Geräten mit unterschiedlichen Sprachstrategien und Anwendungsprogrammen. An einigen interaktiven Stationen konnten die Besucherinnen und Besucher selbst ausprobieren, wie Kommunikation ohne eigene Lautsprache funktioniert.

Auf ausleihbaren Tablets werden in Videoausschnitten verschiedene Interviewsequenzen präsentiert, bei denen  die Perspektive der unterstützt kommunizierenden Menschen zur Entwicklung in diesem Bereich eindrucksvoll deutlich gemacht wird.

Ausstellung noch bis zum 17. September

Die Ausstellung ist noch bis zum 17. September in der Hochschuletage des Dortmunder U zu sehen. Der Eintritt ist frei. Die Studierenden stehen dort für Fragen zur Verfügung.

Weitere Informationen:



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