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Die polnische Pressefreiheit unter der Lupe

Im Juli reisten acht Journalistik-Studierende der TU Dortmund für eine Woche nach Breslau, um mehr über die polnische Medienlandschaft zu erfahren und Beiträge für das European Journalism Observatory zu recherchieren. Dabei wurden sie von Medien- und Politik-Studierenden der Universität Wroclaw unterstützt. Das Seminar wurde von der deutsch-polnischen Wissenschaftsstiftung gefördert.

Die polnische Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit” (PiS) hat seit Ende 2015 zahlreiche Änderungen im polnischen Mediensystem durchgesetzt, die die Pressefreiheit einschränken. Vor allem auf die öffentlich-rechtlichen Medien übt sie großen Einfluss aus – und weitere Reformen sind in Planung. So soll mit der „Repolonisierung” der polnischen Printmedien die Dominanz ausländischer – vor allem deutscher – Verlage auf dem polnischen Medienmarkt gebrochen werden.

Aber wäre eine solche Repolonisierung wirklich so einfach umzusetzen? Was halten polnische Journalisten von den durchgeführten und geplanten Medienreformen? Welche Rolle spielen die katholische Kirche und ihre Medien für die Regierungspartei und ihre Politik? Wie berichten polnische Medien über brisante Themen wie zum Beispiel über Flüchtlinge? Und wie sah es zu Zeiten des Kommunismus mit der Pressefreiheit aus?

Vielfältiges Programm

Das sind nur einige der Fragen, denen die Dortmunder Journalistik-Studierenden in Breslau auf den Grund gingen. Vor der Recherche lernten sie und ihre polnischen Tandempartner in Vorträgen von Dozenten der Universität Wroclaw und der TU Dortmund mehr über das polnische und deutsche Mediensystem, erörterten Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede und diskutierten, inwiefern die Pressefreiheit in Polen durch die Politik eingeschränkt wird. Weitere Einblicke in das polnische Mediensystem erhielten die Studierenden bei Treffen mit Journalisten von lokalen Medien und bei Besuchen im Regionalstudio Breslau des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders TVP3 und der Redaktion der Tageszeitung Gazeta Wroclawska.

Widerstand in Breslau

Zwischen und nach der journalistischen Recherche erkundeten die Seminarteilnehmer das sehr liberal und weltoffen anmutende Breslau. Auf ihrem Weg durch die Stadt stießen sie immer wieder auf die kleinen Zwergenstatuen, für die Breslau bekannt ist – ursprünglich waren die Zwerge Symbolfiguren des Widerstands gegen das kommunistische Regime in den 80er Jahren und wurden ab 2001 als Kunstprojekt aufgestellt.

Auch wenige Tage nach Seminarende regte sich in Breslau Widerstand, zum wiederholten Male, seitdem die Partei „Recht und Gerechtigkeit” an der Macht ist. Dieses Mal richteten sich die Demonstrationen auf dem Marktplatz gegen die geplante Justizreform.

European Journalism Observatory veröffentlicht Seminarergebnisse

Die Ergebnisse des Seminars in Breslau werden auf der deutschen und der polnischen Website des European Journalism Observatory im deutsch-polnischen Themenspezial veröffentlicht. Die deutsch-polnische Wissenschaftsstiftung förderte das Seminar wie auch das Themenspezial finanziell.

Geleitet wurde das Seminar von Tina Bettels-Schwabbauer (Erich-Brost-Institut, TU Dortmund) und Dr. Michal Kus (Universität Wroclaw). Sie wurden von den studentischen Hilfskräften Kathrin Wesolowski, Geert Luteijn und Jacek Nozewski unterstützt.

Weitere Informationen:



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