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Festkolloquium zum 75. Geburtstag von Prof. Klaus Wille

Am Dienstag, 11. Juli, feierte die Fakultät Physik den 75. Geburtstag von Prof. Klaus Wille mit einem Festkolloquium. Prof. Metin Tolan blickte in seinem Vortag „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!“ auf die Verdienste des Professors für Beschleunigerphysik rund um die Dortmunder Elektronenspeicherring-Anlage DELTA zurück, die ohne Willes Engagement nicht realisiert worden wäre.

Im Jahr 1985 holte die damalige Universität Dortmund mit Klaus Wille einen der weltweit führenden Beschleunigerphysiker ins Ruhrgebiet. Wille hatte von 1963 bis 1970 in Göttingen studiert und promoviert und war anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg tätig. Hier war er am Bau und an der Inbetriebnahme des ersten Speicherrings Deutschlands DORIS beteiligt und übernahm die Projektleitung bei DORIS II. Während eines Forschungsaufenthalts am SLAC National Accelerator Laboratory in Stanford, USA, erreichte ihn der Ruf auf die neu eingerichtete Professur für Beschleunigerphysik an der Universität Dortmund, den er 1985 annahm.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Gemeinsam mit fünf Kollegen aus der Fakultät Physik beantragte Prof. Wille die Errichtung der Dortmunder Elektronenspeicherring-Anlage DELTA. In einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1987 wird einer seiner damaligen Kollegen, Prof. Dietrich Wegener, wie folgt zitiert: „Es gibt nur ganz wenige Leute, die so etwas wie DELTA ans Laufen bringen können. Wille kann es.“ Wegener behielt Recht: 1994 feierten Wille und seine Kollegen die Einweihung der Anlage, 1996 wurde der erste Elektronenstrahl gespeichert. Dass heute Nutzerinnen und Nutzer aus ganz NRW am Dortmunder Elektronenspeicherring forschen, ist ebenfalls Willes Verdienst.

Heute ist DELTA der weltweit einzige Elektronenspeicherring  einer  Universität. Hier erzeugen Elektronen, beschleunigt auf nahezu Lichtgeschwindigkeit, hochintensive Röntgenstrahlen, mit der Forscherinnen und Fortscher die größten Geheimnisse der Natur durchleuchten: kleinste  Details  der  Materie,  Atome,  Proteinketten. Rund um DELTA werden jedes Jahr mehr als 100 wissenschaftliche Beiträge veröffentlicht – zum Beispiel peer-reviewed Papers, Konferenzpapiere und -beiträge sowie Dissertationen. Dass DELTA nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Lehre eine große Rolle spielt, dafür sprechen die rund 30 Bachelor- und 20 Masterarbeiten, die hier jedes Jahr geschrieben werden. Prof. Klaus Wille betreute selbst 30 Diplomandinnen und Diplomanden und 80 Doktorandinnen und Doktoranden. Auch nach seinem Ruhestand im Jahr 2007 blieb er der Fakultät Physik eng verbunden und ist in der Lehre weiterhin aktiv.

Ausblick in die Zukunft der Beschleunigerphysik

Dem Rückblick in die Vergangenheit folgte ein Ausblick in die Zukunft der Beschleunigerphysik: In seinem Festvortrag berichtete Dr. Reinhard Brinkmann vom Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg von der Fertigstellung und Inbetriebnahme des Röntgenlasers XFEL. Der European XFEL ist eine Art Superkamera mit bis zu 27.000 Röntgenlaserblitzen pro Sekunde. Das ist 200 Mal mehr als bei vergleichbaren Anlagen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen damit zum Beispiel einzelne Biomoleküle filmen. Die Bilder könnten zeigen, was schief läuft, wenn ein Körper Krebszellen produziert. Rund 1,2 Milliarden Euro hat der European XFEL gekostet. Er ist damit das größte Experiment Deutschlands.



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