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Längere Vertragslaufzeiten in der Wissenschaft: Drei Fragen an Markus Neuhaus

Um dem wissenschaftlichen Nachwuchs mehr Planungssicherheit zu geben, wurde im März 2016 das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) novelliert. Ein Jahr nach der Gesetzesänderung sind die positiven Auswirkungen an der TU Dortmund deutlich zu spüren. Was sich seither verändert hat, berichtet Markus Neuhaus, Abteilungsleiter im Dezernat Personal und Recht.

Herr Neuhaus, was regelt das Wissenschaftszeitvertragsgesetz und warum wurde es im vergangenen Jahr novelliert?

Markus Neuhaus: Das Gesetz regelt, wie Arbeitsverträge für das wissenschaftliche und künstlerische Personal an Hochschulen zeitlich befristet werden können. Die grundsätzliche Möglichkeit, Beschäftigungsverhältnisse in der Wissenschaft zu befristen, brauchen Hochschulen, um flexibel und dynamisch zu bleiben. Gerade in der Phase der Qualifizierung, in der sich Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler promovieren oder habilitieren, sind Befristungen sinnvoll und notwendig. In den vergangenen Jahren hatte jedoch der Anteil an kurzzeitigen Befristungen stark zugenommen, sodass die Bundesregierung die Reform des Gesetzes vorantrieb. Sie trat im März 2016 in Kraft. Eine der wichtigsten Änderungen besagt, dass die Länge der sogenannten Qualifizierungsbefristung, die zum Beispiel für Promotionen und Habilitationen gilt, der angestrebten Qualifizierung angemessen sein muss. Und auch die Befristung wegen Drittmittelfinanzierung soll dem bewilligten Projektzeitraum entsprechen. Konkret heißt das: Wer im Rahmen der Beschäftigung eine Doktorarbeit schreibt, soll grundsätzlich auch für diese Zeit beschäftigt sein. Und wer in drittmittelfinanzierten Projekten forscht, soll möglichst einen Arbeitsvertrag über die gesamte Projektdauer bekommen.

Welche Veränderungen können Sie jetzt, ein Jahr nach der Gesetzesänderung, an der TU Dortmund feststellen?

Wir sehen, dass viele neue Verträge längere Laufzeiten haben als vor der Novellierung. Für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die im Rahmen einer Beschäftigung an der TU Dortmund promovieren, bedeutet das: Sie erhalten grundsätzlich einen Vertrag über drei Jahre. Diese drei Jahre gelten ebenso für Habilitandinnen und Habilitanden. Was die Befristung in Drittmittelprojekten betrifft, so hatte die TU Dortmund die neuen Anforderungen im Wesentlichen bereits vor der Gesetzesänderung erfüllt: Unsere Arbeitsverträge laufen in der Regel über die Dauer des gesamten Projekts.

Wie wurde die Gesetzesnovelle an der TU Dortmund umgesetzt?

Die Umsetzung erfolgte in enger Abstimmung zwischen dem Personaldezernat, den Fakultäten, den zentralen wissenschaftlichen Einrichtungen sowie dem Personalrat der wissenschaftlich und künstlerisch Beschäftigten. Zunächst einmal habe ich einen Großteil der Fakultäten selbst über die Gesetzesänderung informiert. So waren alle auf demselben Stand und der persönliche Kontakt hergestellt. Für mein Team bedeutet die Gesetzesänderung zum Beispiel, dass wir bei  Qualifizierungsbefristungen die Qualifizierungsziele genau unter die Lupe nehmen, um zu überprüfen, ob die Vertragslaufzeiten angemessen sind. Die Einhaltung der längeren Laufzeiten funktioniert an der TU Dortmund wirklich gut.



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