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50 Jahre – 50 Köpfe: Drei Fragen an Prof. Herbert Waldmann zum Dortmunder Kompetenzfeld Biomedizin und Wirkstoffforschung

Eine externe Gutachterkommission hat es bestätigt: Dortmund ist in fünf wissenschaftlichen Kompetenzfeldern spitze, dazu gehört auch der Bereich Biomedizin und Wirkstoffforschung. Prof. Herbert Waldmann, seit 1999 Professor für Chemische Biologie an der TU Dortmund und Direktor am Max-Planck-Institut (MPI) für molekulare Physiologie, erklärt, wie dieses Kompetenzfeld in den vergangenen zwanzig Jahren entstanden ist – obschon die Wahrscheinlichkeit dafür sehr, sehr gering war.

Herr Prof. Waldmann, wie war der Standort Dortmund in der Biomedizin und Wirkstoffforschung aufgestellt, als Sie 1999 hierhergekommen sind?

Als ich vor zwanzig Jahren nach Dortmund gekommen bin, war in Deutschland das Thema Biotechnologie hochaktuell. Das TechnologieZentrumDortmund (TZDO) hatte die Idee, im Zuge des Strukturwandels die Biotechnologie aufzugreifen und in Dortmund zu etablieren. An der Universität gab es jedoch keine biologische Fakultät und das MPI war durch den Umzug von der B1 auf den Campus in einer Umbruchphase. Trotzdem zündete die Idee: Die Universität bot 2003 erstmals den neuen Studiengang „Chemische Biologie” an, das TZDO eröffnete 2005 den Neubau für das BioMedizinZentrum Dortmund (BMZ). Dort ist im Gründungsjahr das Chemical Genomics Center, ein Kooperationsprojekt der Max-Planck-Gesellschaft mit Pharmafirmen, eingezogen. Auch Firmen wie Taros haben sich dort angesiedelt. Vor zehn Jahren kam das Lead Discovery Center hinzu, ein einzigartiges translationales Zentrum, das in der Pharmaforschung die Lücke zwischen Forschung und Anwendung überbrückt.

Wie hat sich dann daraus das Dortmunder Kompetenzfeld Biomedizin und Wirkstoffforschung gebildet?

Im Jahr 2011 wurde damit begonnen, den Masterplan Wissenschaft Dortmund auszuarbeiten. Hier habe ich mitgewirkt, um die Forschungsleistungen in Biomedizin und Wirkstoffforschung als Dortmunder Kompetenzfeld sichtbar zu machen. Es ging auch darum, das Netzwerk vor Ort weiterzuentwickeln, gemeinsam mit dem ISAS und dem IfADo. Einen Schub gab es durch die Umbenennung der Fakultät Chemie in Fakultät für Chemie und Chemische Biologie (CCB) sowie durch die Gründung des Zentrums für integrierte Wirkstoffforschung gemeinsam mit der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen. Ebenso wichtige Meilensteine für das Kompetenzfeld waren die Förderung für die Dortmunder Initiative Medizinische Chemie und das Drug Discovery Hub Dortmund in Höhe von mehreren Millionen Euro. Auf diesem Weg ist Dortmund aus dem Nichts zu einem nationalen Champion in translationaler Forschung geworden.

Wie sehen Sie die Entwicklung des Kompetenzfelds in der Zukunft?

Die Gutachterkommission, die den Fortschritt des Masterplans Wissenschaft Dortmund im Mai 2018 evaluierte, hat bestätigt, dass sich das Kompetenzfeld erfolgreich etabliert hat. Sie hat auch gelobt, dass unser vollumfängliches Programm zur Validierung von Leitstrukturen auf akademischer Ebene einmalig in Deutschland ist. Das Netzwerk, das sich inzwischen im Drug Discovery Hub Dortmund zusammengefunden hat, soll nachhaltig gestärkt und ausgebaut werden. Der Standort bietet noch viele Möglichkeiten für Wachstum, allerdings brauchen wir dafür weiteren Platz! Nach zwanzig Jahren ist es aber auch nötig, einen Generationenwechsel zu vollziehen. Dazu hat die Fakultät CCB bereits mehrere Berufungen erfolgreich abgeschlossen und für die nächsten drei Jahre auch einige Neuberufungen vorgesehen, die das Feld weiter voranbringen werden.

Zur Person:

Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Waldmann ist seit 1999 Professor für Chemische Biologie an der TU Dortmund und Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie. Für seine herausragende Forschung ist er mehrfach ausgezeichnet worden, zuletzt durch die Paul-Karrer-Medaille. Beim Masterplan Wissenschaft Dortmund leitet er seit 2011 die Arbeitsgruppe für das Kompetenzfeld Biomedizin und Wirkstoffforschung. Um Wissenschaft und Stadt stärker zu vernetzen, vertritt er die Wissenschaft im Ausschuss für Wirtschafts-, Beschäftigungsförderung, Europa, Wissenschaft und Forschung der Stadt Dortmund. Am 26. November wird das Gutachten zur Evaluation des Masterplans Wissenschaft Dortmund bei der 3. Dortmunder Wissenschaftskonferenz öffentlich vorgestellt.



Alle bisherigen Interviews der Reihe „50 Jahre – 50 Köpfe” finden Sie auf der Jubiläums-Webseite:



Sie kennen eine Person, die wir für die Reihe „50 Jahre – 50 Köpfe” interviewen sollten? Senden Sie uns gerne Ihre Vorschläge:

 



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