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TU Dortmund baut mit an Sprachbrücken für zugewanderte Jugendliche: Staatssekretärin Serap Güler besucht Projekt an Berufskolleg

Die Integration der neu-zugewanderten Jugendlichen steht und fällt mit ihrem Schulerfolg. Und für diesen brauchen sie die deutsche Sprache. Diese ist nicht nur als Alltagssprache wichtig, sondern muss den Jugendlichen auch ermöglichen, in verschiedenen Schulfächern zu bestehen, beispielsweise in der Mathematik. Die TU Dortmund trägt dazu bei, passende Unterrichts-Konzepte zu entwickeln und Fachkräfte zu stellen. Damit soll in den internationalen Förderklassen jedes Schulfach fach- und sprachintegriert unterrichtet werden.

Im Projekt „Sprachbrücken“ haben sich viele Akteure der Stadt Dortmund zusammengeschlossen, um die neu-zugewanderten Jugendlichen möglichst gut zu fördern. Serap Güler, die Staatssekretärin für Integration im NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration hat am Mittwoch, 6. Juni, das Dortmunder Projekt „Sprachbrücken“ am Robert-Schuman-Berufskolleg besucht, um genau diese Kooperation näher Kennenzulernen.

 

9 Uhr, Mathematikunterricht am Robert-Schuman-Berufskolleg in Dortmund. Die neu-zugewanderten Jugendlichen sitzen in einem Raum mit fünf Studierenden der TU Dortmund. Dr. Frank Sprütten, der Projekt-Koordinator von der TU Dortmund, beobachtet, wie die entwickelten Unterrichtskonzepte zum Leben erwachen.

 

Mina und Aylin, die in Syrien kurz vor dem Abitur standen, brüten gemeinsam über kommunikativen Entdeckungsaufgaben. Sie tauschen sich auch auf Arabisch aus und versuchen dann gemeinsam, ihre Ideen in bruchstückhaftem Deutsch zu formulieren. Nick, der Lehramtsstudent, erkennt und würdigt die mathematisch tollen Ideen und unterstützt sie, dafür die passenden deutschen Worte zu finden. Frank Sprütten, der die Situation beobachtet, erklärt: „Wir entwickeln gemeinsam Aufgaben, die die mathematischen Kompetenzen freilegen, auch wenn die Sprachkenntnisse noch nicht gut sind. “

 
Praktische Beispiele helfen

Amir und Hawi dagegen haben mathematisch noch deutlich mehr Probleme und lernen gerade erst den Aufbau der Zahlen kennen. Lena, die Lehramtsstudentin, ermutigt sie, an den mitgebrachten Darstellungen zu argumentieren, denn das sind die beiden wenig gewohnt. Mithilfe der auf Kärtchen mitgebrachten Satzbausteine werden sie unterstützt, die gesuchten Zusammenhänge zu finden und zu formulieren. Prof. Susanne Prediger, Professorin für Didaktik und Mathematik und  Projektleiterin von der TU Dortmund erklärt: „Viele Neu-Zugewanderte können sicher rechnen, doch haben sie nicht verstanden, was zum Beispiel das Wort Multiplizieren bedeutet. Also bieten wir Veranschaulichungen und praktische Beispiele, um die Bedeutungen zu klären. Wenn die Lernenden sich dabei ausdrücken müssen, lernen sie die Sprache immer besser.“

 

Laura, die Lehramtsstudentin, sagt: „Für mich ist das eine spannende Lerngelegenheit. Hier sieht man in der Praxis, wie schwierig sich Kommunikation gestalten kann und wie sensibel man auch im Mathematikunterricht mit Sprache umgehen muss.“

 

Und der Schulleiter des Robert-Schuman-Berufskollegs, Rolf Janßen, sagt: „Dieses Projekt verzahnt wissenschaftliches Herangehen und praktisches Tun, davon profitieren unsere Schülerinnen und Schüler, die Studierenden und die Lehrkräfte. Die Studierenden sammeln früh in ihrer Lehrerausbildung praktische Erfahrungen und die Lehrerinnen und Lehrer bekommen neue Impulse im herausfordernden Feld des sprachsensiblen Unterrichts.“

 
Ausweitung auf weitere Schulen geplant

Die Kooperation zwischen TU Dortmund und dem Berufskolleg wurde für ein Jahr von der Dortmund-Stiftung mit einer Anschubfinanzierung unterstützt. Die Kooperation zwischen TU Dortmund, Robert-Schuman-Berufskolleg der Stadt Dortmund und Dortmund-Stiftung wurde im Sommer 2017 vom Stifterverband ausgezeichnet, so dass sie im Rahmen des Projekts Sprachbrücken auf weitere Schulen ausgeweitet werden kann.

 

Staatssekretärin Serap Güler zeigt sich von dem Projekt beeindruckt und bilanziert: „Ein starkes Projekt, von dem es meines Wissens nach kein anderes Projekt gibt. Ich hatte das Gefühl, dass es den Studierenden auch viel Freude macht und viel gibt.“



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