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  • Infobrief Juli 2018+

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Festkolloquium zur Wissenschaftsgovernance würdigt Lebenswerk von Altrektor Müller-Böling

Um „Herausforderungen der Governance von Wissenschaft“ ging es beim Festkolloquium, das das Zentrum für HochschulBildung (zhb) der TU Dortmund und das CHE Centrum für Hochschulbildung am 20. Juli zum 70. Geburtstag von Altrektor Prof. Detlef Müller-Böling ausrichteten. Damit würdigten sie das Lebenswerk des Jubilars, der die Steuerung von Hochschulen und Wissenschaft als Forschungsthema geprägt hat. Zahlreiche Gastrednerinnen und Gastredner aus dem In- und Ausland beleuchteten beim Kolloquium im Erich-Brost-Haus die Steuerung von Lehre sowie regionaler Wissenschaftsverbünde.

Rektorin Prof. Ursula Gather würdigte Amtsvorgänger Müller-Böling als „gefragten Ratgeber und Experten“ in der Organisation und Steuerung von Wissenschaft. Sie zitierte aus seiner Antrittsrede als Rektor aus dem Jahr 1990: „Wir müssen uns als Universität selbst bewusst machen, was Gutes von uns kommt.“ Getrieben von diesem selbstbewussten Statement für die Wissenschaft, initiierte Müller-Böling 1992 auch das Netzwerk „Wissenschaft in Dortmund – windo e.V.“, das heute rund zwei Dutzend Mitglieder zählt. Obschon Müller-Böling nach Ende seiner Amtszeit als Rektor 1994 als Leiter ans CHE wechselte, blieb er Dortmund eng verbunden. So setzt er sich seit 2011 als Moderator für den Masterplan Wissenschaft Dortmund ein.

 
Kooperationen in Lehre und Wissenschaft

Die Einführung ins Thema Wissenschaftsgovernance übernahmen die Organisatoren des Kolloquiums, Prof. Uwe Wilkesmann, Direktor des zhb, sowie Prof. Frank Ziegele, Geschäftsführer des CHE in Gütersloh. Während Themen wie Autonomie, Profilierung und Anreizsysteme weitgehend abgehandelt seien, hatten sie zwei Themen mit Zukunftspotenzial identifziert: kooperative Formen der Lehre sowie regionale Kooperationsformen in der Wissenschaft. Sieben Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland waren ihrer Einladung gefolgt, diese beiden Themen näher zu beleuchten.

 

Prof. Hans Vossensteyn von der niederländischen Universität Twente machte deutlich, dass in der Lehre ein Bewusstseinswandel nötig sei, um ein gemeinsames Qualitätsverständnis zu entwickeln und zu verantworten. Beispiele dafür finden sich etwa an der TH Köln, die ausgehend von einem Absolventenprofil Qualitätskriterien für die Lehre entwickelt hat. An der Universität Maastricht hat sich das Prinzip des problembasierten Lernens etabliert, während die Leuphana Universität Lüneburg Strukturen entwickelt, die die Neugier und Freiheit der Studierenden fördern. 

 
Potenziale regionaler Wissenschaftsverbünde

Einen Überblick über Potenziale regionaler Wissenschaftsverbünde gab Prof. Jan-Hendrik Olbertz, ehemaliger Rektor der HU Berlin. Ob Profilierung, Gefahrenabwehr oder Synergien – der Antrieb für erfolgreiche Verbünde müsse stets wissenschaftsgetrieben sein. In der Region Nürnberg gebe es eine „eingeübte Selbstorganisation“ zur Bildung variabler Verbünde, berichtete der Präsident der TH Nürnberg Prof. Michael Braun und verglich den geographischen Raum mit einen Aquarium, in dem Fische verschiedene Gruppen bilden. Als Vertreter von TU Dortmund und Max-Planck-Institut Dortmund berichtete Prof. Herbert Waldmann, wie in Dortmund durch Kooperation „das Unwahrscheinliche möglich wurde“: Obschon es am Standort keine Fakultäten für Medizin oder Biologie gebe, sei es der TU Dortmund, der Max-Planck-Gesellschaft und dem TechnologieZentrumDortmund gemeinsam gelungen, in Dortmund ein international sichtbares Kompetenzfeld für Wirkstoffforschung zu etablieren.

 
Diversität fördern

Der Jubilar schloss das Kolloquium mit dem Zukunftswunsch, dass Wissenschaftsgovernance sich als „Management by vision“ verstehe. Dabei gehe es auch darum, die vielfältigen Sichtweisen verschiedener Wissenschaftskulturen zu vereinen. Zudem ging Prof. Müller-Böling noch auf ein persönliches Anliegen ein: die Förderung der Diversität von Studienanfängerinnen und Studienanfängern. Dafür machte er über den Verein Bildungsengel der TU Dortmund zu ihrem 50. Geburtstag ein Geschenk: Der Verein hat 20.000 Euro für den Ideenwettbewerb „Diversität gemeinsam gestalten“ gestiftet, an dem sich Hochschulgruppen noch bis zum 15. August beteiligen können.





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