Zum Inhalt
Spotlight Forschung: Leonie Seebach zur Vernetzung unter Erstakademiker*innen

„Viele machen ganz ähnliche Erfahrungen“

-
in
  • Top-Meldungen
  • Forschung
  • Reihen & Dossiers
Ein Porträtbild von einer Frau vor einem grünen Baum, die Frau ist Leonie Seebach. © privat
Leonie Seebach ist seit 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei DoProfiL an der TU Dortmund.

Leonie Seebach forscht an der Fakultät Humanwissenschaften und Theologie zur Religionssensibilität von Lehrkräften. Als Erste in ihrer Familie entschied sie sich für ein Studium, derzeit arbeitet sie an ihrer Dissertation. Um sich mit anderen auszutauschen, nahm sie an zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerktreffen teil und hat digitale Schreibgruppen mitorganisiert. Im Interview berichtet Leonie Seebach von ihren Erfahrungen als Erstakademikerin und warum die Vernetzung mit anderen dabei so wichtig ist.

Frau Seebach, warum haben Sie sich dazu entschieden, zu promovieren?

Ich habe Lehramt für sonderpädagogische Förderung studiert und finde die dort behandelten Themen sehr wichtig: Wie können wir Unterricht so gestalten, dass er auch bei einer sehr heterogenen Schülerschaft alle gleichermaßen anspricht? Ein inklusionsorientierter Unterricht berücksichtigt viele Aspekte wie Sprache, Geschlecht und ethnische Herkunft aber zum Beispiel auch Religion. Gegen Ende des Studiums habe ich mir gewünscht, mich noch ausgiebiger religionspädagogischen Themen zu widmen. Ehrlich gesagt hielt ich es aber eher für unwahrscheinlich zu promovieren: Ich habe als Erste in meiner Familie überhaupt studiert, da denkt man nicht sofort daran, nach der Masterarbeit noch eine Dissertation anzuschließen. Heute sehe ich das anders und zum Glück hat mich meine Prüferin damals bestärkt. Inzwischen forsche ich im Projekt DoProfiL – dem Dortmunder Profil für inklusionsorientierte Lehrer/-innenbildung – zur Religionssensibilität angehender Lehrkräfte. Ich hoffe, dass ich dazu beitragen kann, zukünftige Lehrer*innen besser auf religiöse Vielfalt im Unterricht vorzubereiten.

Sie tauschen sich regelmäßig mit anderen Promovierenden aus – was finden Sie dabei besonders hilfreich?

Ich glaube es gibt in jeder Phase der Promotion Fragen, mit denen sich fast alle Promovierenden irgendwann mal beschäftigen. Man muss sein Thema finden, einen methodischen Zugang entwickeln, den Schreibprozess organisieren oder Vorträge vorbereiten. Sich darüber auszutauschen ist aus meiner Sicht enorm hilfreich, vor allem wenn es im familiären Umfeld keine Erfahrungen dazu gibt. In Pandemiezeiten gilt das erst recht: Ich habe zum Beispiel an einer digitalen Veranstaltung des Graduiertenzentrums zum Thema „Promovieren in Zeiten von Corona“ teilgenommen und darüber das Netzwerk „Als Erste*s promoviert“ kennengelernt, das sich speziell an Erstakademiker*innen richtet. Im Rahmen dieses Austausches haben wir festgestellt, dass wir viele Erfahrungen teilen und auch mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Bei einem der Treffen hat auch ein Professor, der ebenfalls Erstakademiker in seiner Familie ist, von seinem Karriereweg und den damit verbundenen Hürden berichtet – auch das war sehr spannend.

Was ist aus Ihrer Sicht wichtig, damit Vernetzung gut funktioniert?

Erst einmal muss man natürlich überhaupt wissen, dass es Netzwerke gibt oder Gleichgesinnte, mit denen man sich vernetzen könnte. Hier war für mich gerade in der Pandemie die Unterstützung durch das Graduiertenzentrum sehr wertvoll: So bin ich überhaupt auf Themen und Angebote aufmerksam geworden, von denen ich sonst vielleicht beiläufig in Gesprächen erfahren hätte. Für die Vernetzung selbst ist es für mich gar nicht so entscheidend, ob diese digital oder in Präsenz stattfindet. Natürlich baut man persönliche Kontakte eher mit echten Treffen auf, dafür kann man sich virtuell auch überregional vernetzen, ohne lange Anfahrtswege. Wichtig ist aber immer eine gute Organisation und damit auch Leute, die Zeit in die Planung investieren und das Ganze „am Laufen halten“. Ich habe auf jeden Fall vor, auch künftig in solchen Netzwerken aktiv zu sein.
 

Zur Person

  • 2012-2020 Studium Lehramt für sonderpädagogische Forschung an der TU Dortmund
  • 2017-2019 Pädagogische Unterrichtshilfe, Raphael-Schule, Recklinghausen
  • 2019-2020 Vertretungslehrkraft, Hermann-Gmeiner-Schule, Hamm
  • Seit 2020 wissenschaftlich Mitarbeiterin bei DoProfiL, Institut für evangelische Theologie der TU Dortmund
     

Weiterführende Informationen:

 

Alle Interviews der Reihe Spotlight For­schung:
Zur Über­sicht

Kalender

Zur Veranstaltungsübersicht

Mensapläne

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der TU Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vogelpothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

Die Einrichtungen der TU Dortmund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark. Genauere Informationen können Sie den Lageplänen entnehmen.