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Spotlight For­schung: Dr. Helena Kotthaus zum Pro­gramm mentoring³ für Wissen­schaft­lerinnen

„Ohne diese Er­fah­run­gen wäre ich jetzt sicher nicht mehr in der Wis­sen­schaft

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Portrait Helena Kotthaus © Privat
Dr. Helena Kotthaus forscht an der Fa­kul­tät für In­for­ma­tik und am ML2R.

Dr. Helena Kotthaus ent­wi­ckelt an der Fa­kul­tät für In­for­ma­tik und dem Kom­pe­tenz­zen­trum Ma­schi­nel­les Ler­nen Rhein-Ruhr (ML2R) Methoden, die maschinelle Lernverfahren transparenter und damit vertrauenswürdiger machen sollen. Ihren Plan, vollständig in der Industrie zu arbeiten, hat sie nach der Teilnahme an mentoring³ verworfen und sich stattdessen der anwendungsorientierten Wis­sen­schaft verschrieben. mentoring³ ist ein Pro­gramm zur wis­sen­schaft­lichen Karriereplanung und -entwicklung für Nach­wuchs­wissen­schaft­ler­innen aller Fächergruppen. Das Pro­gramm ist Teil der Research Academy Ruhr, in der die TU Dort­mund, die Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum und die Uni­ver­si­tät Duisburg-Essen gemeinsam den wis­sen­schaft­lichen Nachwuchs fördern. An der TU Dort­mund wird es von der Stabsstelle Chan­cen­gleich­heit, Familie und Vielfalt koordiniert. Das Pro­gramm umfasst ver­schie­de­ne Bausteine: Eine persönliche Mentoring-Beziehung zu einer erfahrenen Wissenschaftlerin oder einem erfahrenen Wis­sen­schaft­ler über die Laufzeit von zwei Jahren, den Austausch mit anderen Nach­wuchs­wissen­schaft­ler­innen sowie überfachliche Work­shops. Im Interview spricht Kotthaus über Stereotype und die Notwendigkeit, wis­sen­schaft­liche Berufsbilder transparenter zu vermitteln.

Frau Dr. Kotthaus, woran forschen Sie gerade?

Aktuell forsche ich zur Ressourceneffizienz und Vertrauenswürdigkeit maschineller Lernverfahren. Dabei geht es grundsätzlich um die Frage, ob und unter welchen Bedingungen man Künstlicher In­tel­li­genz (KI) und ihren Ergebnissen vertrauen kann. Ein Beispiel: In sicherheitskritischen Bereichen wie der Automobilbranche oder der Medizin wird KI in Zukunft eine weitaus größere Rolle spielen. Jedoch sind viele KI-Verfahren nicht transparent, das heißt die Entscheidungen, die aus dem Verfahren resultieren, sind nicht erklärbar, weshalb sich hier Fehler verstecken können. Besonders problematisch daran ist, dass die Endnutzerin oder der Endnutzer die Fehler überhaupt nicht bemerkt, da sie oder er in der Regel nicht über Expertenwissen verfügt. Damit man sich nicht „blind“ auf das Verfahren verlassen muss, ist es wich­tig, dass der Prozess des maschinellen Lernens transparent und somit nachvollziehbar bleibt. Deshalb arbeite ich an Werkzeugen, die durch Tests und Reports Rückmeldungen über die Verlässlichkeit und Fehleranfälligkeit von maschinellen Lernverfahren geben. Die Her­aus­for­de­rung besteht darin, aus sehr spezifischem Expertenwissen sinnvolle Evaluationsmethoden zu entwickeln, die in der Breite anwendbar sind. Damit kann dann der Ein­satz von KI langfristig auch in sicherheitskritischen Bereichen gesteigert wer­den.

Welche Er­fah­run­gen haben Sie mit dem Pro­gramm mentoring³ an der TU Dort­mund ge­macht?

Für mich war das Pro­gramm ein rundum gelungenes Paket, das ausschlaggebend für meine Entscheidung war, in der Wis­sen­schaft zu bleiben. Ich wäre ansonsten sicher in die Industrie gegangen. Oft hat man das Gefühl, nicht gut genug für die Wis­sen­schaft zu sein – das liegt aber auch daran, dass es schwierig ist, sich einen differenzierten Eindruck von Berufsbildern zu verschaffen. Genau dabei hat mir mentoring³ sehr geholfen. Dass man zum Beispiel auch als Forschungsreferentin in Instituten und Firmen arbeiten kann oder im Bereich Wissenschaftsmanagement an einer Uni, war mir vorher nicht bewusst. Im Rahmen des Pro­gramms wurden Netzwerktreffen mit Frauen aus Wirtschaft und Wis­sen­schaft arrangiert, bei denen wir Fragen zum Job und zum persönlichen Werdegang in sehr vertrauensvoller Atmosphäre stellen konnten – gerade dann traut man sich, auch mal andere Dinge zu fragen und Neues auszuprobieren. Bereits das Gefühl, in einen Raum voller Wissen­schaft­lerinnen zu kommen, mit denen man sich austauschen kann, war toll.

Wie lässt sich die wis­sen­schaft­liche Karriere von Frauen Ihrer Erfahrung nach fördern – besonders in Fächern wie der In­for­ma­tik?

Früher stand ich Programmen zur Frauenförderung eher skeptisch gegenüber: Ich wollte keine „Sonderbehandlung“, das fühlte sich falsch an. Ich habe mich auch nie benachteiligt gefühlt und glaube generell, die Persönlichkeit spielt eine größere Rolle als das Ge­schlecht. Dennoch fehlt es vor allem Frauen an Vorbildern, um überhaupt auf die Idee zu kommen, Karriere in der Wis­sen­schaft zu machen. Für die In­for­ma­tik trifft das ganz besonders zu, denn das Fach gilt in der Schule oft als „uncool“ und ist besetzt mit diversen Stereotypen: In­for­ma­ti­ker sind blass, sitzen im Keller, essen Pizza und sind meistens Männer. Wer weiß schon, dass die Softwareentwicklerin Margaret Hamilton die Mondlandung der Apollo 11 durch ihren Algorithmus gerettet hat? mentoring3 hat mich auf die Idee gebracht, einen Work­shop mit Schü­ler­in­nen durch­zu­führen, um solche Stereotype aufzubrechen und zu zeigen, wie vielseitig In­for­ma­tik ist. Denn es geht nicht nur um das Programmieren von Robotern – man kann fast überall mit In­for­ma­tik arbeiten, auch sehr interdisziplinär. Gleichzeitig konnte ich meine eigenen Er­fah­run­gen weiter­geben, das war sehr schön: Viele Schü­ler­in­nen haben mir nach dem Work­shop gesagt, dass sie sich vorher nicht zugetraut hätten, In­for­ma­tik zu stu­die­ren, sich jetzt aber ermutigt fühlen. Mein Wunsch wäre, dass künftig Wissen­schaft­lerinnen viel häufiger in Schulen gehen und Schü­ler­in­nen auch mehr Schnupperkurse in der Uni­ver­si­tät besuchen, um zu sehen, wie toll dieser Beruf ist. Man kann seine eigenen Forschungsideen umsetzen, ist dabei auf inter­natio­nalen Konferenzen unterwegs und tauscht sich mit Gleichgesinnten aus – was gibt es Schöneres?

Zur Person:

  • 2005-2011 Studium der In­for­ma­tik an der TU Dort­mund und der Hoch­schu­le Fulda
  • Juli-September 2012 Forschungsaufenthalt bei der Firma Oracle Labs: VM-Research Group – Dr. Christian Wimmer, Belmont, USA             
  • 2018 Pro­mo­ti­on in In­for­ma­tik im Sonder­forschungs­bereich 876 „Verfügbarkeit von In­for­ma­ti­onen durch Analyse unter Ressourcenbeschränkung“ an der TU Dort­mund
  • Oktober-November 2018 Forschungsaufenthalt an der IT University of Copenhagen in Kopenhagen, Dänemark
  • Seit De­zem­ber 2019 Mitarbeiterin am Kom­pe­tenz­zen­trum Ma­schi­nel­les Ler­nen Rhein-Ruhr (ML2R)
     

Weitere In­for­ma­ti­onen:
Kom­pe­tenz­zen­trum Ma­schi­nel­les Ler­nen Rhein-Ruhr (ML2R)
Pro­gramm mentoring³ der Research Academy Ruhr
Über­fachliche Förderung des wis­sen­schaft­lichen Nachwuchses durch das Gra­du­ier­ten­zen­trum der TU Dort­mund


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Anfahrt & Lageplan

Der Campus der TU Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vogelpothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der TU Dort­mund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen können Sie den Lageplänen entnehmen.