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Penrose-Pflasterung

Nobelpreisträger im Au­di­max verewigt

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Zwei Männer in Anzügen in einem Foyer © Archiv​/​TU Dort­mund
Roger Penrose mit dem damals amtierenden Rektor Prof. Albert Klein im Foyer des Au­di­max.

Der Boden des Au­di­max-Foyers ist ein mathematisches Meisterwerk. Denn er besteht aus zwei rautenartigen Formen, die zusammengesetzt immer wieder bestimmte Teilmuster bilden – jedoch aperiodisch ohne erkennbare Regelmäßigkeit. Das Muster entdeckte Sir Prof. Roger Penrose im Jahr 1974 – jener Wis­sen­schaft­ler, der 2020 den Nobelpreis für Physik erhält, wie das Nobelpreis-Komitee kürzlich bekanntgab. Seit 1994 schmückt die Pflasterung das Foyer des TU-Gebäudes. Zur Einweihung besuchte Penrose höchst­per­sön­lich die damalige Uni­ver­si­tät Dort­mund.

1994 begleitete Statistik-Professor Franz Hering das Fliesenlegen des komplizierten Penrose-Musters. Damit lässt sich eine Fläche lückenlos parkettieren, ohne dass sich ein Grundschema periodisch wie­der­holt. Bei Abschluss stellte der frisch geflieste Au­di­max-Boden die bis dahin weltweit größte Penrose-Pflasterung in der Ar­chi­tek­tur dar. Das neue Au­di­max-Gebäude wurde am 8. De­zem­ber 1994 mit einer großen Feier eröffnet; wenige Tage später, am 16. De­zem­ber 1994, hielt Sir Prof. Roger Penrose dann die erste Lehr­ver­an­stal­tung in dem nun größten Hörsaal der damaligen Uni­ver­si­tät Dort­mundThe­ma seines vorausschauenden Vortrags war die Frage, ob eine Maschine gebaut wer­den kann, die mit­hil­fe von Künstlicher In­tel­li­genz in der Lage ist, den Men­schen zu ersetzen.

Bei Abschluss der Fliesarbeiten stellte der Au­di­max-Boden die bis dahin weltweit größte Penrose-Pflasterung in der Ar­chi­tek­tur dar.

Wichtigster Beitrag zur Allgemeinen Re­la­ti­vi­täts­theo­rie

Penrose zählt zu den herausragendsten Wis­sen­schaft­lern unserer Zeit. 1965 bewies er, dass Schwarze Löcher eine robuste Vorhersage der Allgemeinen Re­la­ti­vi­täts­theo­rie von Albert Einstein sind. Dieser hatte 1915 in der Allgemeinen Re­la­ti­vi­täts­theo­rie schon vorhergesagt, dass Gravitation die Raumzeit be­ein­flusst, selbst aber nicht an die Existenz Schwarzer Löcher geglaubt. Zehn Jahre nach Einsteins Tod zeigte Penrose jedoch, dass Schwarze Löcher entstehen können, und beschrieb ih­re Ei­gen­schaf­ten. Für seinen Beweis wandte Penrose neuartige ma­the­ma­ti­sche Methoden an. Sein Artikel, den das Nobel-Komitee als „bahnbrechend“ beschreibt, wurde im Januar 1965 veröffentlicht und gilt bis heute als der wichtigste Beitrag zur Allgemeinen Re­la­ti­vi­täts­theo­rie seit Einstein.

Im Januar 1995 berichtete die Cam­pus­zei­tung unizet über den Besuch von Penrose - der im rechten Bild mit Prof. Ursula Gather, der damaligen Prorektorin For­schung der Uni Dort­mund und späteren Rektorin, zu sehen ist.

Für diese Entdeckung wird der Brite in diesem Jahr mit dem Nobelpreis für Physik aus­ge­zeich­net, den er zur Hälfte erhält. Die andere Hälfte geht an den deutschen Astrophysiker Reinhard Genzel sowie die US-Wissenschaftlerin Andrea Ghez, die ebenfalls an Schwarzen Löchern forschen. Genzel und Ghez wiesen in den 90er-Jahren unabhängig voneinander ein su­per­mas­si­ves Schwarzes Loch im Zentrum der Milch­straße nach. Roger Penrose erforschte neben Schwarzen Löchern auch den Urknall und das Alter des Universums. Und auch seine berühmte Pflasterung ist mehr als nur eine faszinierende Dekoration: Das komplizierte Muster hilft beim Verständnis von Quasi-Kristallen, also Atomen oder Molekülen, die in einer geordneten, aber aperiodischen Struktur angeordnet sind.

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Der Campus der TU Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.
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