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Spotlight Forschung: Dr. Burim Ramosaj zur Förderung als KI-Starter

„Mit dem Programm habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht“

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Porträt eines Mannes © Martina Hengesbach​/​TU Dortmund
Dr. Burim Ramosaj ist seit 2020 Postdoctoral Researcher an der Fakultät Statistik der TU Dortmund.

Dr. Burim Ramosaj erforscht an der Fakultät Statistik die mathematischen Grundlagen Maschinellen Lernens und arbeitet daran, Verfahren im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) transparenter zu machen. Seit Ende 2020 wird er als „KI-Starter“ vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW gefördert. Im Interview spricht er über seine aktuelle Forschung und die Erfahrungen mit der Bewerbung als KI-Starter.

Herr Ramosaj, womit beschäftigen Sie sich in Ihrer Forschung?

In der Statistik spielt die Selektion „wichtiger“ Variablen eine zentrale Rolle, da viele Forschungsfelder inzwischen mit hochdimensionalen Daten arbeiten – also mit Daten, die sehr viele Variablen enthalten. In der Medizin zum Beispiel versucht man, das Auftreten von Krankheitsbildern wie Brustkrebs mit der Expression bestimmter Genregionen in Zusammenhang zu bringen. Solche genetischen Datensätze sind aber enorm komplex und kaum manuell auszuwerten – daher arbeitet man mit KI, um relevante Variablen besonders effektiv zu selektieren. Das führt allerdings zu einer weiteren Herausforderung: KI-Algorithmen werden nicht theoretisch modelliert, sondern nach einem „trial and error“-Prinzip für bestimmte Aufgaben trainiert. Sie funktionieren damit in der Praxis zwar gut, sind aber eine Art „Black Box“ – wir sehen nur das Ergebnis, aber nicht den Weg dahin. Somit fehlt die Sicherheit, dass ein KI-Algorithmus in einem bestimmten Szenario auch „das Richtige“ tut. Deshalb arbeite ich in meiner Forschung nicht nur mit KI, sondern nutze auch statistische Methoden, um die KI selbst transparenter zu machen. Mit fundierten theoretischen Grundlagen über deren Funktionsweise könnte man künftig einfacher Szenarien definieren, in denen ein bestimmter Algorithmus garantiert das tut, was er soll.

Wie sind Sie Teil des KI-Starter-Programmes geworden?

Das KI-Starter-Programm soll jungen Forscher*innen den Einstieg in eine akademische Laufbahn erleichtern. Hingewiesen darauf hatte mich mein Doktorvater Prof. Markus Pauly, der mich bei der Bewerbung auch umfassend unterstützt hat. Als ich die Anforderungen des Programmes gesehen habe, war mir klar, dass das zu mir passt. Ich wusste auch in etwa, zu welchem Thema ich forschen will, also habe ich mich an die Antragstellung gemacht. Erst reicht man eine Skizze ein, aber bereits hier ist eine möglichst konkrete Planung und Struktur sehr wichtig. Bei positiver Rückmeldung wird man dann zu einer kurzen Präsentation eingeladen. Ich habe insgesamt sehr gute Erfahrungen mit dem Programm gemacht, sowohl während des Bewerbungsprozesses als auch jetzt im laufenden Projekt.

Welche Tipps würden Sie künftigen Bewerber*innen geben, die KI-Starter werden wollen?

Ich würde viel Zeit in den formellen Antrag investieren – je genauer man die einzelnen Schwerpunkte und Schritte darstellt, desto klarer wird den Gutachter*innen, wie der geplante Ablauf des Forschungsprojektes aussieht. Bei der Präsentation schadet es sicherlich nicht, den Vortrag vorher einzuüben und selbstbewusst aufzutreten. Die Fragen, die gestellt wurden, waren teilweise recht detailliert und technisch – darauf muss man sich vorbereiten. Außerdem ist die internationale Vernetzung ein wichtiges Bewertungskriterium. Denn das Ziel des Programmes ist es ja auch, den Standort NRW in der KI-Forschung zu unterstützen. Wenn man da schon konkrete Netzwerke und Kollaborationen mit renommierten internationalen Forscher*innen vorweisen kann, hilft das ganz bestimmt. Mir hat neben meinem Doktorvater auch die Unterstützung durch das Referat Forschungsförderung geholfen, sowohl beim Lektorat des Antrags als auch beim Probehören des Vortrags.

 

Zur Person

  • 2014-2017 Master of Science in Mathematik und Management an der Universität Ulm
  • 2015-2016 Master of Science in Mathematik an der Syracuse University, New York, USA
  • 2017-2020 Promotion in Statistik an der TU Dortmund
  • 2020 Dissertationspreis der Fakultät Statistik, TU Dortmund
  • seit 2020 Postdoctoral Researcher an der Fakultät Statistik, TU Dortmund
  • seit 2020 Förderung als KI-Starter durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW

 

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Der Campus der TU Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vogelpothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

Die Einrichtungen der TU Dortmund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark. Genauere Informationen können Sie den Lageplänen entnehmen.