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Spotlight Forschung: Dilek Dipcin über ihre Entscheidung für die Promotion

„Man muss den Mut haben, zu seinen eigenen Themen zu stehen“

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Portrait einer Frau © Felix Schmale​/​TU Dortmund
Dilek Dipcin promoviert an der TU Dortmund zum Thema Rassismus und Diskriminierung im Bildungssystem.

Dilek Dipcin befasst sich in ihrer Dissertation mit Rassismus, Diskriminierung und impliziten Annahmen bei Akteur*innen des Bildungssystems. Noch vor Abschluss ihrer Bewerbung für ein Promotionsstipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung erhielt sie eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft und Berufspädagogik der TU Dortmund. Im Interview spricht sie über ihr Forschungsfeld und den Weg zur Promotion.

Frau Dipcin, warum wollen Sie eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen?

Mir ist es ein Anliegen, mithilfe der Wissenschaft Rassismus zu dekonstruieren. Unsere Wahrnehmung ist geprägt von unseren Erwartungen, was bisweilen leider auch ausgrenzende und diskriminierende Praktiken nach sich ziehen kann. Das Geschlecht, die Hautfarbe, der sozioökonomische Status und weitere Aspekte spielen in der Gesellschaft dabei eine große Rolle. Ich nähere mich dem Thema in meiner Arbeit nicht nur theoretisch, sondern auch empirisch-qualitativ, indem ich Interviews führe. Denn auf diese Weise kann man Theorien überarbeiten oder anpassen und stößt auf neue Themen: Jedes Interview ist für mich wie ein kleiner Besuch im Lebensalltag anderer Personen, abseits von Büchern und dem Schreibtisch.

Wann wurde Ihnen klar, dass es sich lohnt, zu diesem Thema zu promovieren?

Ich beschäftige mich schon lange mit Themen wie Rassismus, Postkolonialismus und sozialer Ungleichheit, auch Benachteiligungen im Bildungssystem interessieren mich sehr. Seit Oktober 2020 arbeite ich am Institut in einem Projekt zu Islamismusprävention an Schulen, in dem wir auch Interviews mit Lehrer*innen und Schüler*innen führen. Dabei ist mir aufgefallen, dass sowohl in der Forschung als auch im Schulalltag oft über Probleme und Herausforderungen von Menschen „mit Migrationshintergrund“ gesprochen wird: Wie sieht ihre Jugendphase aus, welche Integrationsschwierigkeiten gibt es, welche Maßnahmen helfen und welche nicht? Was aber aus meiner Sicht fehlt, sind Untersuchungen, die sich mit den impliziten Annahmen und Werturteilen befassen, die den Blick auf Menschen „mit Migrationshintergrund“ prägen. Daher möchte ich das Thema aus der Perspektive der Lehrer*innen erforschen – das findet bislang nämlich zu wenig statt. Ich hoffe, dass meine Forschung dazu beiträgt, die Relevanz rassismuskritischer Bildungsarbeit stärker herauszustellen und sich daraus Impulse für die Ausbildung von Lehrer*innen ableiten lassen.

Wie plant man eine Promotion und was hilft dabei?

Wichtigster Ausgangspunkt sind ein Themenfeld und Forschungsfragen, die einen interessieren. Und man muss den Mut haben, zu diesen zu stehen – auch wenn vielleicht nicht alle das Thema auf Anhieb spannend finden. Bei mir kam der Gedanke an eine Promotion bereits in der Bachelorphase auf. Das war sicher hilfreich, da ich genug Zeit hatte, mich aktiv darauf vorzubereiten. So habe ich mich beispielsweise noch vor Abgabe meiner Masterarbeit vom Graduiertenzentrum TU Dortmund beraten lassen. Denn eine Promotion kann ja auch zur finanziellen Herausforderung werden. Je nach Themenschwerpunkt gibt es daher verschiedene Einrichtungen, bei denen man sich mit einem Exposé seiner Arbeit um Promotionsstipendien bewerben kann. Bei der Antragstellung und Überarbeitung unterstützt einen dann das Graduiertenzentrum. Ich hatte Glück und musste meine Bewerbung an die Friedrich-Ebert-Stiftung gar nicht abschicken: Schon vorher habe ich eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut erhalten.

Zur Person:

  • 2014-2020 Studium der Erziehungswissenschaft an der TU Dortmund
  • 2020 Jahrgangsbestenpreis der TU Dortmund, gestiftet von der Gesellschaft der Freunde der Technischen Universität Dortmund e.V.
  • seit Oktober 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Bildung und der Diskurs zur Islamismusprävention. Pädagogische Ambitionen und kontraintentionale Effekte“ am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft und Berufspädagogik der TU Dortmund
  • seit 2020 Promotionsstudium an der TU Dortmund

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Der Campus der TU Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vogelpothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

Die Einrichtungen der TU Dortmund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark. Genauere Informationen können Sie den Lageplänen entnehmen.