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Spotlight Forschung: Prof. Mona Motakef zur Förderung durch die Hans-Böckler-Stiftung

„Ich habe wertvolle Zeit für meine Forschung gewonnen“

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Ein Porträtbild von einer Frau vor grünem Hintergrund, die Frau ist Prof. Mona Motakef. © Aliona Kardash​/​TU Dortmund
Prof. Mona Motakef ist seit 2020 Professorin für Soziologie der Geschlechterverhältnisse an der TU Dortmund.

Prof. Mona Motakef forscht an der Fakultät Sozialwissenschaften zur Soziologie der Geschlechterverhältnisse. Im Jahr 2018 erhielt sie den Maria-Weber-Grant der Hans-Böckler-Stiftung. Seit 2021 setzt sie sich als Vertrauensdozentin der Stiftung dafür ein, dass mehr Studierende und Promovierende an der TU Dortmund durch Stipendien gefördert werden. Im Interview berichtet sie von ihren Forschungsthemen und den Erfahrungen mit der Stiftung.

Frau Prof. Motakef, womit beschäftigen Sie sich in Ihrer Forschung?

Ich forsche zum Wandel von Erwerbsarbeit, Sozialpolitik und Familie sowie deren Folgen für Geschlechterverhältnisse. Mich interessiert, warum bestimmte Tätigkeiten wie etwa das Betreuen von Kindern weiterhin so stark an Vorstellungen von Geschlechtlichkeit gekoppelt sind und welche Ungleichheitsfolgen daraus resultieren. Auch wenn Befunde der Geschlechterforschung mittlerweile deutlich mehr Sichtbarkeit erhalten, gibt es immer noch einiges zu tun: Zum Beispiel wird viel über Digitalisierung in der Erwerbsarbeit geforscht, aber überwiegend – und ohne das zu reflektieren – mit Blick auf männliche Beschäftigung. Derzeit gehe ich der Frage nach, mit welchen rechtlichen und sozialen Ungleichheiten LGBTIQ+-Familien in ihrem Alltag konfrontiert sind. Anders als in heterosexuellen Ehen muss zum Beispiel bei einer Ehe von zwei Frauen die Mutter, die nicht schwanger war, das Kind aufwendig adoptieren. Neben dieser rechtlichen Schlechterstellung werden Zwei-Mütter-Familien auch häufig gefragt, wer denn die richtige Mutter sei. Es gibt also offenbar eine Norm, die besagt, dass es nur eine und nicht zwei Mütter geben kann.

Sie haben 2018 den Maria-Weber-Grant der Hans-Böckler-Stiftung erhalten – was hat Ihnen diese Förderung ermöglicht?

Der Maria-Weber-Grant richtet sich an Postdocs aller Disziplinen und fördert bis zu 12 Monate eine Teilvertretung, die Teile der Lehraufgaben übernimmt. Damals war das Programm noch ganz neu und ich Postdoc in Berlin. Durch die Förderung habe ich wertvolle Zeit gewonnen, um intensiver zu forschen, Aufsätze zu schreiben und mich auf die langfristigen Ziele meiner akademischen Karriere vorzubereiten. Genau diese Pläne sollte man im Antrag auch nachvollziehbar und realistisch darstellen. Klar, in einem Jahr kann man sich kaum habilitieren, aber man kann begonnene Forschungen abschließen. Ich kann das Programm daher allen fortgeschrittenen Postdocs empfehlen, die eine Professur anstreben.

Was fördert die Hans-Böckler-Stiftung?

Grundsätzlich möchte die Stiftung dazu beitragen, die enge Kopplung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland aufzubrechen. Daher fördert sie beispielsweise Erstakademiker*innen sowie Studierende und Promovierende mit Migrationshintergrund. Gesellschaftspolitisches Engagement der Bewerber*innen wird vorausgesetzt, ist aber breit gefasst. Für Forschungsprojekte, die die Stiftung jenseits der Promotion fördert, gibt sie auf ihrer Webseite einige gewerkschaftsnahe Themenfelder vor wie Mitbestimmung, Erwerbsarbeit oder Strukturwandel und Innovation. Findet man sich darin thematisch wieder, lohnt eine Antragstellung auf jeden Fall.
 

Zur Person

  • 2010 Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • 2012 Visiting Research Associate am King‘s College London, Großbritannien
  • 2015-2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität zu Berlin
  • 2018 Maria-Weber-Grant der Hans-Böckler-Stiftung
  • 2018-2021 Ko-Leiterin des DFG-Projekts: Ambivalente Anerkennungsordnung. "Doing reproduction" und "doing family" jenseits der Normalfamilie
  • 2019-2020 Vertretungsprofessorin an der Humboldt-Universität zu Berlin
  • Seit 2020 Professorin für Soziologie der Geschlechterverhältnisse an der TU Dortmund
  • Seit 2021 Vertrauensdozentin der Hans-Böckler-Stiftung

 

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Anfahrt & Lageplan

Der Campus der TU Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vogelpothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

Die Einrichtungen der TU Dortmund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark. Genauere Informationen können Sie den Lageplänen entnehmen.