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Hochkarätige Konferenz

Freiheit der Medien in Polen sichern – durch Me­dien­selbst­kon­trolle

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Mehrere Menschen sitzen nebeneinander auf einer Bühne. © TU Dort­mund
Konnte wichtige Experten für die Konferenz in Warschau gewinnen: Prof. Susanne Fengler, Lei­te­rin des Erich-Brost-Instituts (EBI, 3.v.r.) der TU Dort­mund.

Zur kritischen Lage der Medien in Polen hat das Erich-Brost-Institut für inter­natio­nalen Jour­na­lis­mus (EBI) der TU Dort­mund am 25. September eine hochkarätige Konferenz in Warschau or­ga­ni­siert. Gefördert wurde die Ver­an­stal­tung von der ZEIT-Stiftung. Prof. Susanne Fengler, Lei­te­rin des Erich-Brost-Instituts, hatte Vertreter führender polnischer Medien, Uni­ver­si­tä­ten, Journalisten-Verbände und medienpolitischer Institutionen, Parlamentarier sowie in­ter­na­ti­o­na­le Speaker – unter anderem des Europarats – für die Ver­an­stal­tung gewinnen können. Sie diskutierten gemeinsam die Frage: Wie können sich Journalisten und Redaktionen in Polen effektiv gegen den wachsenden politischen Druck schützen?

Mit großer Sorge werden derzeit quer durch Europa die Ent­wick­lungen in Polen beobachtet. Die Frage nach der Freiheit der Medien angesichts des wachsenden politischen Drucks der PiS-Regierung auf den Jour­na­lis­mus ist dabei eines der Schlüsselthemen. Drohen in Polen Zustände wie in Ungarn?

Bereits vor einiger Zeit hat die PiS-Regierung den öf­fent­lichen Rundfunk unter ih­re Kon­trol­le gebracht. Im polnischen Wahlkampf machte sie die „Re-Polonisierung“ der Medien zum The­ma – der Regierung sind die ausländischen, insbesondere deutschen Medien-Investoren im Land ein Dorn im Auge. Und seit einiger Zeit wird die Einrichtung eines „Medienrates“ diskutiert, der auch auf die bislang unabhängigen privaten Zeitungen und Sender erheblichen Einfluss ausüben könnte.

Teilnehmende plädierten für unabhängigen Presserat

Die Lage in Polen ist extrem komplex, da sich auch im Jour­na­lis­mus Anhänger und Kritiker der Regierungspartei gegenüberstehen: „Wir haben es mit einer regelrechten ‚Tribalisierung‘ der Medien in Polen zu tun“, so Prof. Boguslawa Dobek-Ostrowska von der Uni­ver­si­tät Wroclaw, führende polnische Medienwissenschaftlerin, und Dr. Michal Glowacki von der Uni­ver­si­tät Warschau. Beide Uni­ver­si­tä­ten waren Co-Veranstalter der Diskussion, das EBI arbeitet seit vielen Jahren eng mit beiden Forschern zu­sam­men.

Übereinstimmend plädierten die Teilnehmer der Konferenz für die Einrichtung eines unabhängigen Presserats als Organ der Selbstkontrolle im Jour­na­lis­mus – auch wenn die Gräben zwischen den verschiedenen Lagern im polnischen Jour­na­lis­mus groß sind. „Das Modell des Presserats in Bosnien-Herzegowina zeigt, wie trotz großer politischer Spannungen auch unter den Journalisten eines Landes Selbstkontrolle funktionieren kann“, so Isabella Kurkowski, in­ter­na­ti­o­na­le Medienexpertin und wis­sen­schaft­liche Mitarbeiterin am EBI. Konkret in Aussicht genommen wurde bei der Konferenz daher als nächstes ein „Runder Tisch“, der Medienvertreter und in­ter­na­ti­o­na­le Experten zusammenbringt.

Immer mehr Regierungen schränken Pressefreiheit ein

„Unsere weltweiten Studien zur Media Accountability zeigen aktuell, dass immer mehr Regierungen Ein­schrän­kungen der Medienfreiheit vornehmen – so entstehen ‚Medienräte‘, die aber nur dazu dienen sollen, Restriktionen zu tarnen“, resümiert Prof. Susanne Fengler. „Mit unseren inter­natio­nalen Aktivitäten wollen wir nicht nur neue wis­sen­schaft­liche Erkennt­nisse gewinnen, sondern uns auch ganz praktisch für Medienfreiheit – erst recht in unserem Nachbarland Polen – einsetzen.“

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Anfahrt & Lageplan

Der Campus der TU Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vogelpothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der TU Dort­mund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen können Sie den Lageplänen entnehmen.