Zum Inhalt
Studieren in der Co­ro­na-Pan­de­mie

Drei Fragen an Dr. Claudia Schmidt zum Nach­teils­aus­gleich bei Prüfungen

-
in
  • Top-Meldungen
  • Stu­di­um & Lehre
  • Men­schen
Portrait von Dr. Claudia Schmidt © Nikolas Golsch​/​TU Dort­mund
Dr. Claudia Schmidt ist Psychologin und berät und betreut Stu­die­ren­de mit gesundheitlichen Be­ein­träch­ti­gungen im Bereich Be­hin­derung und Stu­di­um (DoBuS) der TU Dort­mund.

Die Co­ro­na-Pan­de­mie hat die Lehre an der TU Dort­mund stark verändert – bei­spiels­weise bei Klausuren und anderen Prüfungen. Stu­die­ren­de mit Be­ein­träch­ti­gungen haben beim Stu­di­um und bei Prüfungen einen Anspruch auf einen Nach­teils­aus­gleich. Darum kümmert sich an der Uni­ver­si­tät ins­be­son­de­re der Bereich Be­hin­derung und Stu­di­um (DoBuS), bei dem Dr. Claudia Schmidt An­sprech­part­nerin ist.

Dr. Schmidt, hat die Co­ro­na-Pan­de­mie mit ihren Aus­wir­kungen auf den Lehrbetrieb einen Ansturm bei DoBuS zum The­ma Nach­teils­aus­gleich ausgelöst?

Nun, wir hatten das zu­nächst erwartet, da ja auch manche Stu­die­ren­de mit ge­sund­heit­licher Be­ein­träch­ti­gung zur so genannten Risikogruppe gehören. Doch der ganz große Ansturm ist ausgeblieben. Einerseits liegt das sicher daran, dass die TU Dort­mund bei der Pan­de­mie im Rah­men der Hy­giene­kon­zepte sehr vorsichtig agiert und versucht, wo überall mög­lich Kontakte zu vermeiden. Zudem wer­den in vie­len Fällen ganz pragmatisch im Austausch zwischen Stu­die­ren­den und Lehrenden Lö­sun­gen gefunden. Außerdem gibt es an der TU Dort­mund ein klar geregeltes Ver­fah­ren, wie im Zu­sam­men­hang mit Prüfungen Nachteilsausgleiche beantragt wer­den kön­nen, und mit DoBuS eine Ein­rich­tung, die Stu­die­ren­de und Lehrende intensiv berät. Auf diese gewachsenen Strukturen kön­nen wir auch in der Co­ro­na-Pan­de­mie zurückgreifen. Natürlich gibt es immer wieder Situationen, die wir zuvor noch nicht erlebt haben. Aber ich denke, dass wir diese in enger Zu­sam­men­arbeit von Stu­die­ren­den der Hoch­schu­le und DoBuS lösen. Bei­spiels­wei­se wurden Absprachen getroffen, dass ein Student mit einer Körperbehinderung, der bei der Ar­beit im Labor auf Assistenz angewiesen ist, diese auch unter den geltenden Hygienevorgaben nut­zen konnte.

Wie kann denn ein Nach­teils­aus­gleich für beeinträchtigte Stu­die­ren­de kon­kret aussehen? Gibt es Beispiele?

Da wer­den immer sehr in­di­vi­du­elle Lö­sun­gen gefunden. Einerseits muss berücksichtigt wer­den, in welcher Weise sich die gesundheitliche Situation auf die Prüfung auswirkt. An­der­er­seits gilt es, die jeweiligen Prüfungsanforderungen zu berücksichtigen, denn es geht ja darum, chancengleiche Prüfungsbedingungen herzustellen, und nicht darum, einen „Behindertenbonus“ oder ähnliches zu gewähren. Wenn zum Beispiel Stu­die­ren­de aufgrund einer Sehbeeinträchtigung oder Lese-Rechtschreib-Störung – also LRS – langsamer lesen oder Stu­die­ren­de mit einer motorischen Be­ein­träch­ti­gung langsamer schreiben, wird eine Zeitverlängerung bei Klausuren gewährt. Für Stu­die­ren­de mit einer psychischen Be­ein­träch­ti­gung oder Autismus kann der Nach­teils­aus­gleich darin bestehen, in ei­nem separaten Raum zu schreiben, da sie aufgrund ihrer Be­ein­träch­ti­gung durch die Mit­stu­die­ren­den über das normale Maß hinaus in ihrer Konzentration gestört wer­den. Schließlich sollen ja in einer Klausur die fachlichen Kom­pe­ten­zen geprüft wer­den und nicht Dinge wie Lese- und Schreibtempo oder Stress-Resilienz.

An welche Voraus­set­zun­gen ist ein Nach­teils­aus­gleich geknüpft?

Grundsätzlich müssen die Stu­die­ren­den bei ei­nem formalen Antrag auf Nach­teils­aus­gleich mit geeigneten Dokumenten wie ei­nem Attest von Facharzt oder Psychotherapeuten darlegen, dass sich ih­re gesundheitliche Situation auf das Stu­di­um auswirkt. Dann gilt es zu überlegen, mit welchen Maß­nahmen chancengleiche Prüfungsbedingungen hergestellt wer­den kön­nen. Dabei kann DoBuS vor dem Hintergrund seiner lang­jäh­ri­gen Erfahrung beraten und auch eine Einschätzung abgeben. Der Prü­fungs­aus­schuss entscheidet abschließend über die beantragten Nachteilsausgleiche. Oft sind aber auch Lö­sun­gen recht einfach herbeizuführen. Wenn zum Beispiel Stu­die­ren­de der Risikogruppe im besonderen Maße Kontakte vermeiden müssen, haben wir im Som­mer­se­mes­ter or­ga­ni­siert, dass auch diese in ei­nem separaten Raum quasi kontaktlos und mit sehr großem Abstand die Klausuren schreiben konn­ten. Aktuell wer­den für blinde und sehbehinderte Stu­die­ren­de, für die die Online-Multiple-Choice-Klausuren nicht bar­ri­e­re­frei nutzbar sind, diese Klausuren von DoBuS in eine für sie zugängliche Form adaptiert und ihnen dann zur selben Zeit wie allen anderen nach Hause zur Bearbeitung ge­schickt.

Zur Person
Dr. Claudia Schmidt arbeitet seit 2015 an der TU Dort­mund. Sie ist Psychologin und hat im Bereich der Kinderrehabilitation promoviert. Sie ist seit ihrer Geburt sichtbar körperbehindert und daher „doppelte Expertin“.

Kalender

Zur Veranstaltungsübersicht

Mensapläne

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der TU Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vo­gel­pothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der TU Dort­mund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen kön­nen Sie den Lageplänen entnehmen.