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Fritz-Höger-Preis für Backsteinarchitektur

TU-Mit­ar­bei­ter er­hält in­ter­na­tio­nal re­nom­mier­ten Architekturpreis

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Porträtfoto von David Jan Wilk mit seiner Auszeichung © Privat
David Jan Wilk ist wis­sen­schaft­licher Mit­ar­bei­ter an der Fa­kul­tät Ar­chi­tek­tur und Bau­in­ge­ni­eur­we­sen.

TU-Mit­ar­bei­ter David Jan Wilk hat die Fachjury des Fritz-Höger-Preises mit seiner Masterarbeit „Pathos Backstein – Eine Betrachtung der Ent­wick­lung von Lehre und Rezeption sichtbaren Backsteinmauerwerks“ überzeugt und eine Aus­zeich­nung in der Kategorie „Newcomer“ er­hal­ten. Er konnte sich damit gegen fast 600 wei­tere Einreichungen aus aller Welt durchsetzen. Der Preis zählt zu den wichtigsten Architekturpreisen in Deutsch­land und stößt auch in­ter­na­tio­nal auf große Resonanz. Mit ihm wer­den Projekte prämiert, die das Potenzial des Baustoffs Backstein nut­zen, der auch im Ruhrgebiet traditionell verbaut ist. Der Preis wird alle drei Jahre in ver­schie­de­nen Kategorien verliehen, die ökonomische, ökologische und gestalterische Aspekte berücksichtigen.

David Jan Wilk hat in seiner Ab­schluss­ar­beit die Rezeption von Backstein in der Baupraxis un­ter­sucht. Backsteinflächen und -bauten wer­den von einer kleinen Berufsgruppe aus den Be­rei­chen Ar­chi­tek­tur und Handwerk entworfen – rezipiert wer­den sie aber von der breiten Öffentlichkeit. Der wis­sen­schaft­liche Mit­ar­bei­ter an der Fa­kul­tät Ar­chi­tek­tur und Bau­in­ge­ni­eur­we­sen hat deshalb den Zu­sam­men­hang zwischen dem „Vorgegebenen“ und dem „Empfundenen“ er­forscht. „Man kann bei der Ar­chi­tek­tur immer den Vergleich zur Musik ziehen, die Harmonie sucht und Missklänge vermeidet. Diese Wahr­neh­mung der Ruhe in der Fläche und Unruhe im Einzelnen, die Logik der Fügung und Abfolge des Backsteins im Verband und in der Konstruktion ist auch für Laien sichtbar“, er­klärt David Jan Wilk.

Backstein als nachhaltiger Baustoff

Die Ar­beit nimmt sich damit eines Themas an, das in der Architekturdebatte nicht unbedingt im Fokus liegt. Denn die Wahr­neh­mung von Bauten und die unbewusste Wertung von Ar­chi­tek­tur wer­den dabei oftmals außen vor gelassen. „Selbstverständlich nutzt die Backsteinindustrie den emotionalen Faktor, der Assoziationen wie ‚handwerklich‘, ‚robust‘ oder ‚für die Ewigkeit‘ ermöglicht, zu ihrem Vorteil. Trotzdem sollte der Ein­satz eines Materials der Ar­chi­tek­tur dienen und nicht Selbstzweck sein. Diesen Aufruf formuliert meine Ar­beit“, sagt David Jan Wilk.

Für diese hat er den Fritz-Höger-Preis 2020 als Special Mention in der Kategorie „Newcomer“ er­hal­ten und sich gegen rund 600 Einreichungen durchgesetzt. Es ist zugleich die erste Aus­zeich­nung für eine schriftliche Ar­beit beim Fritz-Höger-Preis. Dieser wird seit 2008 von der „Initiative Bauen mit Backstein“ der Deut­schen Ziegelindustrie in Ko­ope­ra­ti­on mit dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA e.V.  sowohl für handwerkliche, als auch in­no­va­ti­ve Lö­sun­gen mit Backstein verliehen.

Der unabhängige und nicht-kommerzielle Architekturpreis ist in­ter­na­tio­nal hoch angesehen. Auch die Jurymitglieder und Teil­neh­men­den sind in­ter­na­tio­nal vertreten; wei­tere Gewinnerinnen und Gewinner stam­men bespielweise aus Mexiko und Spanien. Der Preis soll auch dazu dienen, dem Produkt Backstein zu neuer Öffentlichkeit zu verhelfen. Denn der Baustoff weist viele Vorteile auf. „Backstein kann Jahrhunderte überleben und für fast alle Aufgaben des Bauens genutzt wer­den. Er ist mit lokalen Rohstoffen zudem in jedem erdenklichen Format herzustellen. Die Po­ten­ziale des Backsteins wer­den zunichtegemacht, sobald er aus­schließ­lich als Dekorationselement genutzt wird“, er­klärt David Jan Wilk. „Ein Backstein ist nachhaltig, was vor allem in Zeiten von Rohstoffknappheit eine wichtige Rolle spielt“, ergänzt er.

Backsteinarchitektur im Ruhrgebiet

Der Einfluss der Backsteinarchitektur ist bis heute im Ruhrgebiet zu spüren. Vor allem viele denkmalgeschützte Bauten sind in ihrer Konstruktion oder Fassade aus Backstein. „Das liegt an der lokalen Baukultur, die gerade in Zeiten des Bergbaus vom Backstein lebte. Blickt man in die Zukunft des Backsteins für das Ruhrgebiet und allgemein, sollte man sich folgende Fragen stellen: Welche Rolle kann der Backstein langfristig für das Ruhrgebiet haben? Wie kön­nen wir sinnvoll mit Rohstoffen und Konstruktionen umgehen? Der Backstein liefert einige Denkanstöße für eine im Kern nachhaltige Bauweise, die von Architekturtrends unabhängig ist“, sagt David Jan Wilk. In seiner For­schung wird er sich deswegen weiter mit der Rezeption gebauter Werke und mit dem Baustoff Backstein auseinandersetzen. Und auch in der Lehre begleitet der Backstein David Jan Wilk täglich, denn Stu­die­ren­de lernen in Ver­an­stal­tun­gen des Bereichs „Grund­la­gen und The­o­rie der Baukonstruktion“ die Mög­lich­keiten des Materials kennen.

Fritz-Höger-Preis

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