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Spotlight Forschung: Prof. Sebastian Engell zur Koordination von EU-Projekten

„Das ist keine Drei-Mann-Band, sondern ein ganzes Orchester“

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Ein Mann schaut zwischen bunten, gläsernen Apparaten hindurch © Roland Baege​/​TU Dortmund
Prof. Sebastian Engell von der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen hat bereits mehrere EU-Projekte koordiniert.

Prof. Sebastian Engell von der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen erforscht, wie Produktionsanlagen mithilfe von Optimierungsmethoden effizienter betrieben werden können. Im Rahmen des EU-Förderprogramms Horizon2020 koordiniert er derzeit das Projekt „Improved energy and resource efficiency by better coordination of production in the process industries“ (CoPro). Ziel des Projekts ist es, Lösungen für die Prozessüberwachung und die optimale Planung und Steuerung von Industrieanlagen zu entwickeln. Vor CoPro hat Prof. Sebastian Engell bereits drei EU-Projekte koordiniert, ein Projekt wissenschaftlich geleitet und war an über zehn weiteren von der EU geförderten Vorhaben beteiligt. Er wurde außerdem von dem europäischen Forschungsrat mit einem ERC Advanced Grant ausgezeichnet. Im Interview erzählt er, was ihn an der Arbeit in EU-Projekten begeistert und was es bedeutet, ein solches Projekt zu koordinieren.

Professor Engell, was reizt Sie an der Arbeit in EU-Projekten?

EU-Projekte sind in der Regel recht große Konsortien mit vielen Partnern. Das bietet die Chance, komplexe Themen zu erforschen, für die eine einzelne Arbeitsgruppe zu klein wäre. Zudem kann man sich aus ganz Europa genau die Partner suchen, die optimal zu dem jeweiligen Forschungsgebiet passen. Bei CoPro, einem stark anwendungsbezogenen Projekt, arbeiten insgesamt 17 Partner aus acht Ländern zusammen, darunter drei Universitäten, zwei Forschungsinstitute, fünf große Industrieunternehmen sowie sieben kleine und mittlere Unternehmen. Das ist also nicht etwa eine Drei-Mann-Band, sondern ein ganzes Orchester. Ein solcher Projektverbund bietet für den wissenschaftlichen Nachwuchs die Möglichkeit, sich mit Kooperationspartnern aus verschiedenen Ländern, Unternehmen und Forschungsinstituten auszutauschen und ein breites Wissen zu erwerben – wissenschaftlich, technisch, aber auch was Unternehmens- und Forschungskulturen angeht. EU-Projekte zeichnet zudem aus, dass sie meist an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie angesiedelt sind, also Forschung und Anwendung verbinden. Je nach Projekttyp kann der Schwerpunkt mehr auf der Grundlagenforschung oder auf der Anwendung liegen.

Was bringt die Arbeit als Koordinator oder Koordinatorin eines EU-Projekts mit sich?

Schon bei der Antragstellung ist die Koordination die Stelle, wo alles zusammenläuft. Um bei dem Bild von eben zu bleiben: Die Partner bringen ihre Soli mit und man selbst hat die Aufgabe, daraus eine Partitur zu schreiben. Als Koordinator bin ich verantwortlich für den Erfolg des gesamten Projekts. Die Koordination bietet die Möglichkeit, das Projekt selbst zu entwerfen und zu formen. Als beteiligter Partner hat man deutlich weniger Einfluss auf das Gesamtkonzept und die Erfolgschancen. Dafür ist der Arbeitsaufwand für den Koordinator bei der Vorbereitung auch um ein Vielfaches höher. Hier hilft das Referat Forschungsförderung der TU Dortmund, das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Antragsphase unterstützend zur Seite steht. Während der Projektlaufzeit muss der Koordinator das Projekt „zusammenhalten“, die manchmal divergierenden Interessen in eine gemeinsame Richtung lenken und dafür sorgen, dass die Zwischen- und Abschlussbegutachtungen positiv verlaufen. Im weiteren Verlauf des Projektes unterstützt das Referat Forschungsförderung das Projektmanagement und hilft auch dabei, die anfallenden Berichte zu verfassen. Generell ist, entgegen manchmal geäußerten Vermutungen, der bürokratische Aufwand bei EU-Projekten nicht höher als bei anderen Projekten ähnlicher Größenordnung.

Würden Sie anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dazu raten, ebenfalls eine Koordination zu übernehmen – und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen?

Ich würde sie auf jeden Fall dazu ermutigen, ein EU-Projekt zu koordinieren. Es macht große Freude, neue Ideen zu entwickeln und ein großes innovatives Projekt zu konzipieren. Man sollte dabei den Ausschreibungstext sehr sorgfältig berücksichtigen und das Projekt auf die zentralen Anforderungen zuschneiden. Das bedeutet aber nicht, dass man die Ausschreibung einfach wiederholt und umformuliert, sondern man sollte auch innovative Ansätze vorschlagen. Wie jede Förderinstitution hat die EU eigene Regeln, Abläufe und einen speziellen Sprachgebrauch. Daher ist es sehr günstig, wenn man vorher an einem oder mehreren Projekten als Partner beteiligt war. Eine erfolgreiche Antragstellung bedeutet natürlich erhebliche finanzielle Mittel, um die eigene Forschung voranzutreiben und mit Industriepartnern zu kooperieren. Grundsätzlich muss man als Koordinator oder Koordinatorin bereit sein, Zeit und Energie zu investieren, um diese breit aufgestellten Projekte zusammenzuhalten, und man muss rechtzeitig erkennen, wann es notwendig ist, zu intervenieren, und das dann in diplomatischer Weise tun.

 

Zur Person:

  • Studium der Elektrotechnik an der Ruhr-Universität Bochum
  • Promotion und Verleihung der Venia Legendi für das Fach Automatic Control an der Universität Duisburg
  • 1986 – 1990 Gruppenleiter am Fraunhofer-Institut IITB (jetzt IOSB) Karlsruhe
  • seit 1990 Professor für Systemdynamik und Prozessführung an der TU Dortmund
  • 1996 – 1999 und 2012 - 2014 Dekan der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen
  • 2002 – 2006 Prorektor für Forschung und Internationale Beziehungen der TU Dortmund
  • seit 2005 Fellow der International Federation of Automatic Control (IFAC)
  • Standortsprecher und Bereichskoordinator im Transregio SFB InPROMPT
  • 2012 – 2018 ERC Advanced Grant für das Projekt MOBOCON “Model-based Optimizing Control - From a Vision to Industrial Reality“
  • Mitglied im Forschungsrat der Universitätsallianz Ruhr (UAR)
  • Hauptbetreuer von über 70 abgeschlossenen Dissertationen
     

Weitere Informationen:
Förderformate in der EU
Projektmanagement Service des Referats Forschungsförderung 
Referat Forschungsförderung
 

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Der Campus der TU Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vogelpothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

Die Einrichtungen der TU Dortmund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark. Genauere Informationen können Sie den Lageplänen entnehmen.