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3 Fragen an Martin Temmen über seine Teilnahme am längsten Radrennen der Welt

Den Sommer 2016 wird Martin Temmen nicht so schnell vergessen: Im Juli legte der TU-Mitarbeiter gemeinsam mit seinem Teampartner Matthias Fischer 9287 Kilometer auf dem Rad zurück – 23 Tage und zehn Nächte lang quer durch Sibirien. Wir haben mit ihm über seine Teilnahme am Radrennen Red Bull Trans Siberian Extreme gesprochen.

Herr Temmen, eine so unglaublich lange Strecke auf dem Rad zu bewältigen, ist fast unvorstellbar. Was war Ihr persönliches Erfolgsrezept?

Martin Temmen: Um solch ein Rennen erfolgreich beenden zu können, müssen zunächst die äußeren Umstände stimmen: Wir waren mit erstklassigem Material ausgestattet und von einem hervorragenden Team aus Betreuerinnen und Betreuern sowie Mechanikern umgeben, das dafür gesorgt hat, dass wir uns zu hundert Prozent aufs Radfahren konzentrieren konnten.

Für das Radfahren selbst ist bei so langen Strecken vor allem mentale Stärke wichtig. Da kann man so gut vorbereitet sein, wie man will – wenn der Kopf nicht mitmacht, hilft das nichts. Mir hat es sehr geholfen, mich immer nur auf den direkt vor mir liegenden Streckenabschnitt zu konzentrieren. Wenn man in Moskau am Start steht und darüber nachdenkt, dass jetzt 9300 km vor einem liegen, dann ist das eine unvorstellbar lange Strecke, auf der man nur sehr langsam vorankommt. Deshalb ist es besser,  immer nur die nächste Etappe vor Augen zu haben. Das kann aber immer noch sehr lang sein – auf der längsten Etappe (1400 km) waren wir immerhin 53 Stunden unterwegs! In solchen Situationen habe ich mich immer nur auf die jeweils kommende Stunde konzentriert und versucht nicht darüber nachzudenken, wie oft ich noch eine solche Stunde bewältigen muss. Das Zerlegen der Strecke in kleine, überschaubare Einheiten hat also sehr geholfen.

Haben Sie während des Rennens Eindrücke oder Erfahrungen gesammelt, die auch auf Ihre Forschungsarbeit übertragbar sind?

Tatsächlich versuche ich bei meiner Arbeit ähnlich vorzugehen wie bei diesem langen Radrennen und große Einheiten in kleinere, gut überschaubare Arbeitsschritte zu zerlegen. Das ist für mich besonders wichtig, weil ich die Tendenz habe, alles auf einmal zu wollen und dann Gefahr laufe, mich zu verlieren. Seit ich aus Russland zurück bin, bin ich da sehr viel konsequenter geworden.

Haben Sie schon sportliche Pläne für das kommende Jahr?

Ich habe einige Ideen, bisher ist aber noch nichts wirklich konkret. Das wird sich aber in den kommenden Wochen klären. Ziemlich sicher wird es aber etwas damit zu tun haben, lange Strecken mit dem Rad in möglichst kurzer Zeit zurück zu legen. Für den Winter habe ich erstmal – zusammen mit Hendrik Schrandt - die Leitung der Rennrad-Gruppe des Hochschulsports übernommen und versuche mich bestmöglich auf die kommende Saison vorzubereiten. Um die etwas einseitige Belastung durch das Radfahren auszugleichen, besuche ich zusätzlich noch einen „RückenFit“- Kurs hier an der TU.

Martin Temmen ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für die Didaktik integrativer Fächer der Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie und schreibt derzeit seine Promotion im Bereich „Stadtgeographie“.

Impressionen vom Red Bull Trans Siberian Extreme:

Quelle: Red Bull Content PoolQuelle: Red Bull Content PoolQuelle: Red Bull Content PoolQuelle: Red Bull Content PoolQuelle: Red Bull Content PoolQuelle: Red Bull Content PoolQuelle: Red Bull Content PoolQuelle: Red Bull Content PoolQuelle: Red Bull Content PoolQuelle: Red Bull Content Pool


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