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21. Gambrinus-Forum der TU Dortmund bringt Wissenschaft in die Stadt

Zum 21. Gambrinus-Forum lud die TU Dortmund am Montag, 24. Oktober, in den Westfälischen Industrieklub ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen zwei spannende Vorträge: Zunächst referierte Prof. Martina Havenith-Newen von der Ruhr-Universität Bochum über „Völlig losgelöst – der Terahertz-Tanz des Wassers“. Ihr folgte der Vortrag von Prof. Gianpietro Mazzoleni von der Universität Mailand zum Thema „Are the media to be blamed for the rise of populist sentiments and for the success of populist leaders?“.

Ihre „Leidenschaft für Lösungsmittel“ brachte Prof. Martina Havenith-Newen den Zuhörerinnen und Zuhörern des Gambrinus-Forums in ihrem Vortrag ein Stück näher. Die Professorin ist Sprecherin des Exzellenzclusters RESOLV, in dem zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der drei Ruhrgebiets-Universitäten Lösungsmittel erforschen. Wasser sei ein ganz besonderes Lösungsmittel, es gehöre als Hauptdarsteller auf die große Bühne der Forschung, so Prof. Havenith-Newen. Sie betrachtet es auf molekularer Ebene: „Die Wassermoleküle sind in Bewegung. Sie öffnen und schließen sich, suchen sich neue Partner – wie beim Tanzen in der Disko.“ Prof. Havenith-Newen erforscht das Wasser nicht als bloße Umgebung, in der eine Reaktion stattfindet, sondern als funktionelle Einheit, die die Reaktion aktiv beeinflusst. Gemeinsam mit ihrer Arbeitsgruppe hat die Professorin zum Beispiel ein Antigefrierprotein untersucht, das Fische am Nordpol in sich tragen und das sie vor dem Erfrieren schützt. Das Prinzip kann bei der Organtransplantation zum Einsatz kommen und die Lagerzeit von Organen von vier auf 21 Stunden verlängern.

 

Rolle der Medien bei der Verbreitung des Populismus

Prof. Gianpietro Mazzoleni von der Universität Mailand zeichnete in seinem Vortrag ein düsteres Bild der aktuellen politischen Entwicklungen in Europa. Aufgrund der wachsenden Beliebtheit populistischer Parteien in vielen Ländern erwartet er im Zuge zahlreicher anstehender Regierungswahlen einen „europäischen Albtraum“. Inwiefern Medien zum Erfolg des Populismus beitragen, erforscht der italienische Wissenschaftler schon seit über zehn Jahren. „Medien sind nicht der Grund für Populismus, allerdings tragen sie maßgeblich zu seiner Verbreitung bei“, so Prof. Mazzoleni. Gerade die Kommerzialisierung der Medien sorge dafür, dass häufig über Skandale und verbale Exzesse berichtet werde. „Diesen Zusammenhang nutzen die Populisten für sich. Sie kritisieren die aktuelle politische Führungsebene so, dass ihre Äußerungen für besonders viel Aufmerksamkeit sorgen und von den Medien aufgegriffen werden. Auf diesem Weg werden die Ansichten der Populisten verbreitet und rücken immer mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung.“

 

Gambrinus Fellowships

Die Dortmunder Gambrinus Fellowships wurden 1993 anlässlich des 700-jährigen Braurechts der Stadt Dortmund vom Verband Dortmunder Bierbrauer ins Leben gerufen. Sie ermöglichen Forschungsaufenthalte ausländischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund. In den vergangenen 23 Jahren konnten aus Gambrinus-Mitteln mehr als 140 Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler an der TU Dortmund begrüßt werden. Den Höhepunkt der jährlichen Gambrinus-Aktivitäten bildet das „Gambrinus-Forum“, auf dem international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich mit Vorträgen an eine breite, auch außeruniversitäre Öffentlichkeit wenden. Gefördert wird das Programm heute von der Dortmunder Volksbank, die Brauereien stiften immer noch das Bier für das Gambrinus-Forum.

 

Die Vortragenden im Porträt

Prof. Martina Havenith-Newen ist seit 1998 Professorin für Physikalische Chemie an der Ruhr‐Universität Bochum. Hier leitet sie den Exzellenzcluster RESOLV (Ruhr Explores Solvation), in dem die Ruhr-Universität Bochum eng mit der TU Dortmund und der Universität Duisburg-Essen zusammenarbeitet. Zahlreiche Forschungsaufenthalte führten die Wissenschaftlerin bereits an die University of California (Berkeley, USA), an die Radboud Universität in Nijmegen (Niederlande) sowie nach Oxford und Yale. 2016 hat sie einen der begehrten Advanced Grants des Europäischen Forschungsrates (ERC) eingeworben.

Dr. Gianpietro Mazzoleni ist Professor für Politische Kommunikation an der Universität Mailand (Italien). Er hatte unter anderem Gastprofessuren an der Universität von Innsbruck, der Freien Universität Berlin, der George Mason University (USA) und der Universität von Toulouse (Frankreich) inne. International bekannt ist er durch seine Arbeiten über den Einfluss von Medien auf das politische System sowie die Kommunikationsverbindungen zwischen politischen Institutionen und den Akteuren in den Medien. Gemeinsam mit Prof. Susanne Fengler vom Institut für Journalistik an der TU Dortmund war er 2014 Mitherausgeber einer internationalen Studie zur Verantwortung der Medien im digitalen Zeitalter („Journalists and Media Accountability: An International Study of News People in the Digital Age“).

 



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