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(Re-)Akkreditierung

Die Akkreditierung und Reakkreditierung von Studiengängen ist ein Instrument der externen Qualitätskontrolle. Ziel der Studiengangsakkreditierung ist die Überprüfung von Studiengängen sowie der Berufsrelevanz der Abschlüsse nach internationalen Maßstäben. Das Akkreditierungsverfahren ist ein mehrstufiges Verfahren, das auf dem Prinzip des Peer Review beruht und auf der Grundlage der Ländergemeinsamen Strukturvorgaben der KMK von privatwirtschaftlich tätigen Agenturen durchgeführt wird. Die externen Gutachter (Peers) prüfen, ob das Studienangebot bestimmten Mindestanforderungen entspricht (z. B. ob das Studienprogramm in der dafür vorgesehenen Zeit abgeschlossen werden kann oder die Module an den Qualifikationszielen ausgerichtet sind). Ist dies der Fall, so erhält der Studiengang - bis zur nächsten Qualitätskontrolle befristet - ein entsprechendes Qualitätssiegel der Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland (Akkreditierungsrat). Die Gutachter sprechen auch Empfehlungen und ggf. Auflagen zur Weiterentwicklung der Studiengänge aus. Diese gehen in den Qualitätskreislauf der TU Dortmund ein.

Bei Fragen zum Akkreditierungsverfahren an der TU Dortmund wenden Sie sich bitte an Frau Stefanie Hammacher (siehe Kontakt auf der rechten Seite). 

 

Verfahrensablauf

Die Agenturen sind bei der Durchführung der Akkreditierungsverfahren an die Kriterien für die Akkreditierung von Studiengängen sowie die Allgemeinen Regeln zur Durchführung von Verfahren zur Akkreditierung und Reakkreditierung von Studiengängen des Deutschen Akkreditierungsrates gebunden. Insofern bleibt wenig Spielraum zur Ausgestaltung des Verfahrens, das sich prinzipiell in drei Schritte unterteilt: Selbstdokumentation, Begutachtung vor Ort, Akkreditierungsbescheid.

1. Interne Phase - Selbstdokumentation

  • Die Hochschule stellt einen Antrag auf Akkreditierung eines Studiengangs oder mehrerer Studiengänge bei einer Agentur ihrer Wahl.
  • Es findet (bei Bedarf) ein Vorgespräch zwischen Hochschule und Agentur statt, ggf. auch eine Vorprüfung des Antrags durch die Agentur anhand einer von der Hochschule bereit gestellten Kurzfassung über den Studiengang. Es wird ein Vertrag zwischen Agentur und Hochschule geschlossen.
  • Das Fach fertigt innerhalb einer vereinbarten Frist die Selbstdokumentation (= Antragsunterlagen) an, die folgende Schwerpunkte enthält: Begründung des Studiengangs, Struktur des Studiums und fachlich-inhaltliche Anforderungen, personelle, sächliche und räumliche Ausstattung, Qualitätssicherungsmaßnahmen, studienbezogene Kooperationen. Der Umfang umfasst in der Regel ca. 30 Seiten (ohne Anlagen).
  • Die Akkreditierungskommission der Agentur diskutiert den Antrag und lehnt ihn entweder ab (dann muss die Hochschule den Antrag überarbeiten und erneut einreichen) oder nimmt ihn an (das Verfahren wird damit eröffnet).

2. Externe Phase - Begehung

  • Die Akkreditierungskommission setzt (ggf. unter Berücksichtigung der Vorschläge Hochschule) eine Kommission aus hochschulexternen Gutachter(inne)n ein, der Hochschullehrer(innen) sowie Vertreter(innen) der Berufspraxis und der Studierenden angehören.
  • Die Gutachter(innen) erhalten die Antragsunterlagen zur Lektüre und Prüfung.
  • Während eines Vor-Ort-Besuchs ("Begehung") führen die Gutachter(innen) Gespräche mit der Hochschulleitung, dem Dekanat, den Studiengangsverantwortlichen sowie mit Lehrenden und Studierenden.
  • Anschließen verfasst die Gutachtergruppe einen Bewertungsbericht, der auch eine Akkreditierungsempfehlung an die Akkreditierungskommission der Agentur enthält.

3. Akkreditierungsbescheid

Die Akkreditierungskommission der Agentur berät über die Begutachtungsergebnisse und fasst einen Beschluss zur Akkreditierung. Der Akkreditierungsbeschluss kann lauten "Akkreditierung ohne Auflagen", d.h. es wurden keine grundlegenden Mängel festgestellt und der Studiengang erhält das Qualitätssiegel des Akkreditierungsrates. Die Akkreditierierung kann auch "mit Auflagen" ausgesprochen werden. D.h. der Studiengang entspricht ingesamt den Qualitätsanforderungen, es müssen aber noch einige Nachbesserungen umgesetzt werden. Die Hochschule hat max. 18 Monate Zeit, die Auflagen umzusetzen, ansonsten verliert der Studiengang seine erteilte Akkreditierung. Die Akkreditierung kann darüber hinaus von der Agentur zurückgestellt werden,  d.h. der Studiengang weist größere Qualitätsmängel auf, so dass eine Akkreditierung zunächst nicht erteilt, jedoch in Aussicht gestellt wird. Die Hochschule erhält innerhalb einer bestimmten Frist die Möglichkeit, die Mängel zu beheben und den Antrag zu überarbeiten. Zu guter Letzt kann eine Akkreditierung auch versagt werden, wenn der Studiengang  wesentliche Qualitätsmängel aufweist, die auch durch Nachbesserungen nicht zu beheben sind.

Im Falle einer erteilten Akkreditierung wird das Qualitätssiegel des Akkreditierungsrates verliehen. Der Akkreditierungsbericht wird (inklusive der Auflagen und Empfehlungen) durch die Akkreditierungsagentur veröffentlicht. Im Falle der Nichtakkreditierung sind die Agenturen verpflichtet, den Akkreditierungsrat darüber zu informieren.

 

Kriterien für die Akkreditierung von Studiengängen

Die Kriterien des Deutschen Akkreditierungsrates beziehen sich auf

das Curriculum, die Berufsbefähigung, die personelle Ausstattung sowie die räumliche, apparative und sächliche Ausstattung. Die Strukturvorgaben der KMK beziehen sich auf die Studienstruktur und die Studiendauer, Zugangsvoraussetzungen und Übergänge, Studiengangsprofile und Abschlussbezeichnungen sowie Modularisierung und Leistungspunktesystem und die Wertigkeit der Abschlüsse im Vergleich zum herkömmlichen Graduiertensystem. Darüber hinaus sind die Strukturvorgaben der Bundesländer zu beachten.

 

Dauer eines Verfahrens

Dem Anspruch nach soll ein Verfahren nach sechs Monaten abgeschlossen sein, gemessen vom Zeitpunkt der Einreichung der Antragsunterlagen bis zum Vorliegen des Akkreditierungsbescheids. Tatsächlich muss je nach Agentur und Fachgebiet mit einer längeren Dauer gerechnet werden, da es aufgrund der Vielzahl an Verfahren immer schwieriger wird, Gutachterinnen und Gutachter zu gewinnen. Die internen Vorarbeiten innerhalb der TU Dortmund sind bei diesen Fristen nicht berücksichtigt!

 

Kosten eines Verfahrens

Die Kosten für die Akkreditierung eines Studiengangs liegen bei etwa 12.000 bis 15.000 €. Durch Bündelung mehrerer Studiengänge in einem Verfahren lassen sich die Verfahrenskosten erheblich reduzieren ("Cluster-Akkreditierung"). Eine solche Paketlösung kommt jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen in Frage. Inwiefern die zur Akkreditierung anstehenden Studiengänge eine Clusterbildung erlauben, prüft die jeweilige Agentur. Die Kosten haben die Hochschulen zu tragen.

 

Reakkreditierung von Studiengängen

Jeder Studiengang wird zeitlich befristet akkreditiert, bei Erstakkreditierungen in der Regel für fünf, bei Folgeakkreditierungen bis zu sieben Jahren. Nach Ablauf dieser Frist muss eine Reakkreditierung erfolgen. Hierfür beginnt das Verfahren in der Regel ein Jahr vor Ablauf der Akkreditierungsfrist. Eine Reakkreditierung ist nicht einfach die Wiederholung der Erstakkreditierung, wenngleich die Abfolge von Selbstdokumentation, externer Begutachtung und Akkreditierungsbescheid beibehalten wird. Denn während die Erstakkreditierung ein ex ante-Verfahren ist, d. h. die Akkreditierungsentscheidung lediglich auf einer (durchaus begründeten) Prognose über die künftige Qualität des eingerichteten Studiengangs beruht, ist die Reakkreditierung ein ex post-Verfahren, d. h. die zu treffende Reakkreditierungsentscheidung erfolgt nun unter Hinzuziehung der studiengangsbezogenen Daten. So muss das Fach anhand statistischer und empirisch erhobener Daten, wie Studiendauer und Prüfungsleistungen, Studierenden- und Absolvent(inn)enbefragungen etc. den Nachweis darüber führen, wie gut das jeweilige BA- oder MA-Programm tatsächlich ist.

 



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Kontakt

Dezernat Hochschulentwicklung und Organisation

 

Stefanie Hammacher

Telefon: 0231 755-2420

 

Adresse:

Wilhelm-Dilthey-Str. 2

(Campus Süd)

44227 Dortmund

 

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