
89.000 Studierende, 1.250 Professorinnen und Professoren, 840 Millionen Euro Jahresetat – schon diese wenigen Kennwerte zeigen, welche neue Größe entstanden ist: die „Universitätsallianz Metropole Ruhr“ wurde im März 2007 durch die Rektoren der drei großen Ruhrgebiets-Universitäten im Beisein von NRW-Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart besiegelt. Mit dem Vertrag rücken die drei Nachbaruniversitäten näher zusammen – bleiben aber eigenständige Universitäten. Die Universitätsallianz Metropole Ruhr will in dieser zukunftsweisenden Kooperation die Leistungen der drei Partner stärken und gezielt ausbauen sowie gemeinsam Forschungs- und Lehrschwerpunkte weiterentwickeln. Übergeordnete Vision ist die Etablierung der Universitätsallianz Metropole Ruhr als exzellenten Standort in der nationalen und internationalen Wissenschafts- und Studienlandschaft.
Die drei Universitäten werden die Allianz auf verschiedenen Ebenen mit Leben füllen. So sollen durch die Kooperation und Vernetzung bei Verwaltung und Infrastruktur gezielt Synergien genutzt werden. Konkret gehören beispielsweise dazu gemeinsame elektronische Zulassungs- und Immatrikulationsverfahren für Studienbewerber, eine gemeinsame Identitätskarte, die auch als elektronischer Bibliotheksausweis an allen drei Standorten gelten wird oder die Vernetzung und Optimierung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik.
Seit dem 1. Februar 2008 verfügen die Hochschulen der „Universitätsallianz Metropole Ruhr“ (UAMR) Bochum, Duisburg-Essen und Dortmund über eine gemeinsame Innenrevision. Die neue Dienstleistungseinrichtung dient der Qualitätsentwicklung und -sicherung. An den drei Universitäten wurden eigenständige Stabstellen eingerichtet, die in ihrer Prüf- und Beratertätigkeit kooperieren. Die Innenrevisoren/innen prüfen unter anderem, ob geltende Bestimmungen eingehalten und Personal sowie Finanzressourcen effektiv genutzt werden. Ziel ihrer Tätigkeit ist die lückenlose Kontrolle interner Geschäftsabläufe sowie die gemeinsame Entwicklung von Optimierungsvorschlägen.
An der TU Dortmund ist Hermann Millhoff für die Innenrevision verantwortlich.
20 Millionen Euro Drittmittel pro Jahr, sechs DFG-Sonderforschungsbereiche mit Sprecherfunktion, über 4.000 Studierende: Zusammen bilden die beiden Maschinenbau-Fakultäten der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Dortmund eines der leistungsstärksten Ausbildungs- und Forschungszentren in Deutschland. Diese Stärke soll jetzt durch eine noch engere Kooperation unter einem gemeinsamen Dach ausgebaut werden. Mit der neu gegründeten „Engineering Unit Ruhr“ wollen beide Partner ihre Ressourcen vernetzen und Synergien gezielt nutzen. Ziel ist eine führende Positionierung im nationalen und internationalen Wettbewerb um Forschungs- und Ausbildungsexzellenz. Die Gründung der „Engineering Unit Ruhr“ wird aktiv durch ThyssenKrupp als Kooperationspartner der beiden Universitäten unterstützt.
Auch die Fakultäten für Elekrotechnik und Informationstechnik der Universitäten in Dortmund und Bochum haben sich zu einer Allianz zusammengeschlossen. Die "Ruhr-Allianz Et&IT" bietet den Studierenden ein breites Feld von Studienschwerpunkten, die an den komplementär ausgerichteten Fakultäten angeboten werden. Das Spektrum reicht von Medizintechnik über Plasmatechnik, Mikrosystemtechnik, Mikro- und Nanoelektronik, Energietechnik, Informations- und Kommunikationstechnik, Automatisierungstechnik und Robotik bis zu Informatikschwerpunkten wie Computer-, Softwaretechnik und IT-Sicherheit. Nach einer einheitlichen und vergleichbaren Grundlagenausbildung in den ersten vier Semestern können die Studierenden einen dieser Schwerpunkte in Bochum oder Dortmund wählen und ihn bis zum Bachelorabschluss sowie in der Masterphase vertiefen.
Das Kulturwissenschaftliche Institut in Essen (KWI) ist ein interdisziplinäres Forschungskolleg für Geistes- und Kulturwissenschaften in der Tradition internationaler Advanced Study-Institute. Das KWI fördert die Forschung und ihre Exzellenz, den wissenschaftlichen Nachwuchs, den internationalen wissenschaftlichen Austausch und den interkulturellen Dialog. Als interuniversitäres Kolleg der Technischen Universität Dortmund und der Universitäten Bochum und Duisburg-Essen arbeitet das Institut bei der Gestaltung seines Programms mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern seiner Trägerhochschulen und mit zahlreichen Partnern im In- und Ausland eng zusammen.
Das Mercator Research Center Ruhr(MERCUR), das im März 2010 von der Stiftung Mercator und der UAMR gegründet worden ist, unterstützt die strategischen Entwicklungspläne der Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg Essen und damit die Ziele der UAMR. MERCUR fördert sowohl die wissenschaftliche Profilbildung der einzelnen Universitäten als auch ihre Zusammenarbeit untereinander. Auf diese Weise beflügelt es den Kooperationsgedanken und trägt dazu bei, die Wissenschaft in der Metropole Ruhr zu stärken und sie attraktiver für internationale Berufungen zu machen. Die Stiftung Mercator unterstützt den Aufbau von MERCUR mit 22 Millionen Euro für fünf Jahre. Damit ist MERCUR eines der bislang größten Projekte privater Wissenschaftsförderung im Ruhrgebiet.
Das gemeinsame Verbindungsbüro der drei Ruhrgebietsuniversitäten „ConRuhr“ in New York ist eine tragende Säule der „Universitätsallianz Metropole Ruhr“. Am 1. November 2004 feierlich eröffnet, hat das Verbindungsbüro den Auftrag, das Ruhrgebiet als Forschungs- und Bildungsraum in den USA bekannt zu machen. Ziel ist, das Netzwerk zwischen den drei Allianz-Universitäten und den amerikanischen akademischen Institutionen zu stärken, wissenschaftliche Kooperation zu erweitern, den Studierendenaustausch auszubauen sowie „Ehemalige“ in den USA stärker an das Ruhrgebiet zu binden. So gibt ConRuhr beispielsweise regelmäßig einen Newsletter auf Deutsch und Englisch heraus. ConRuhr hat mittlerweile ein Netzwerk mit über 520 Kontakten in den USA geknüpft; darüber hinaus veranstaltet das Verbindungsbüro Tagungen und Konferenzen.
Das zweite gemeinsame UAMR-Verbindungsbüro der drei Ruhrgebietsuniversitäten „ConRuhr Moskau“ wurde im März 2009 feierlich eröffnet. Es hat den Auftrag, das Ruhrgebiet als Forschungs- und Bildungsraum in Russland bekannt zu machen. Ziel ist, das Netzwerk zwischen den drei Allianz-Universitäten und den russischen akademischen Institutionen zu stärken, wissenschaftliche Kooperation zu erweitern und den Studierendenaustausch auszubauen. Das Verbindungsbüro Moskau hilft Dortmunder Wissenschaftlern Kontakte nach Russland aufzubauen bzw. zu intensivieren und veranstaltet darüber hinaus Tagungen und Konferenzen.
Flagge zeigt die Universitätsallianz Metropole Ruhr seit Mai 2011 auch in Lateinamerika. Das UAMR-Büro »ConRuhr Lateinamerika« ist im deutschen Generalkonsulat in Räumlichkeiten des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) in Rio de Janeiro untergebracht. Zentrales Ziel und Aufgabe des Koordinationsbüros ist es, das Ruhrgebiet als exzellenten Forschungs- und Studienort in Südamerika zu positionieren und stärker bekannt zu machen, um länderübergreifende Hochschulkooperationen zu aktivieren und nachhaltig zu stärken. Das Büro soll als Anlaufstelle vor Ort auch die entsprechenden UAMR-Aktivitäten intensivieren und bündeln, so dass neue Netzwerke auf- und ausgebaut werden können.
In der Global Young Faculty arbeiten rund 100 Nachwuchswissenschaftler der Metropole Ruhr mit renommierten Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland themenbezogen an aktuellen und künftigen Herausforderungen unserer globalisierten Welt. Ziel der Global Young Faculty ist es, die Nachwuchswissenschaftler der Region untereinander zu vernetzen, ihre Antworten auf wichtige Zukunftsfragen zu präsentieren und ihnen die Gelegenheit zur Zusammenarbeit mit Experten in internationalen Netzwerken zu bieten.