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nrwision
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Der TV-Lernsender hat einen neuen Namen: »nrwision« ist da!

Prominente Medienmacher wie die Journalistin und Autorin Christine Westermann, Fußballreporter Manfred Breuckmann, der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen und 1LIVE-Moderatorin Sabine Heinrich standen Pate, als Journalistik-Professor Dr. Michael Steinbrecher das Geheimnis lüftete und den neuen Namen des TV-Lernsender.NRW bekannt gab: »nrwision« heißt es ab sofort on air in Trailern und Moderationen. nrwision - eine gelungene Mischung aus NRW und Vision. Intendantin des Senders ist TU-Rektorin Ursula Gather.

Während der Sendung, die rund um die Bekanntgabe des neuen Namens im Studio des TechnologieZentrumDortmund aufgezeichnet wurde, nutzten Journalistik-Studenten die Gelegenheit, den bekannten Medienmachern in ungewöhnlichen Interviewsituationen nicht alltägliche Fragen zu stellen. So machte es sich Jennifer Dacqué mit Christine Westermann zu den »Bettgeschichten« zwischen Kissen und Decke bequem und entlockte der Journalistin, warum ein Gespräch „ausgezeichnet“ werden kann, auch wenn man auf den Interviewpartner vielleicht keine große Lust hat. Christine Westermann hat es mit viel Einfühlungsvermögen bewiesen und erhielt dafür in diesem Jahr den ersten Deutschen Radiopreis in der Kategorie »Das Interview«.


„Intelligentes Zuhören“ war ihr wichtigster Tipp an die Nachwuchs-Moderatorin. Außerdem solle sie Fragen wie „Wie fühlen sie sich?“ tunlichst vermeiden. „Wenn ich so etwas höre, könnte ich in den Teppich beißen“, so Christine Westermann. Sie selbst versuche auf Augenhöhe mit ihren Gesprächspartnern zu bleiben. „In einem Interview mit Herbert Grönemeyer habe ich Angst gehabt, dass ich die Augenhöhe verliere. Das passiert leider immer dann, wenn ich jemanden großartig finde.“ So ähnlich gehe es ihre gerade, räumte Jennifer Dacqué ein, der man die Nervosität gegenüber dem prominenten Gast aber kaum anmerkte.

Im zweiten Gespräch der »Bettgeschichten« wagte sich Lena Breuer mit Manni Breuckmann aufs Laken und ließ den Fußballreporter zunächst Schalke-Bettwäsche aufziehen, bevor er es sich bequem machen durfte. Welche Assoziation ein Talk im Bett bei ihm hervorrief, damit hielt der Reporter nicht hinter dem Berg. Interviewerin Lena Breuer ließ sich von Mannis Offenherzigkeit aber nicht aus dem Konzept bringen. In ihrem gut geführten Gespräch erfuhren die Zuschauer im Studio, dass der Reporter durchaus Sympathien für Schalke hat, aber kein fanatischer Fan ist, und dass er den FC Bayern nicht hasst. Hass empfinde er nur für rohe Zwiebeln, aber nicht für Menschen oder Fußballclubs.

Das Format »Bettgeschichten«, das bei der Präsentation des neuen Namens aufgezeichnet wurde, haben Dortmunder Studierende unter der Leitung von Michael Steinbrecher entwickelt. Der Journalistik-Professor, als ZDF-Moderator selbst ein Interview-Experte, war am Ende zufrieden mit dem Abend, zu dem er rund 200 Gäste im Studio begrüßen durfte. „Wir wollen Zeichen setzen und in der TV-Landschaft Raum für neue Ideen geben. Der neue Name soll uns noch bekannter machen. Jetzt legen wir erst richtig los.“


Ein landesweiter Fernsehsender gehört nach Dortmund

TU-Rektorin Prof. Ursula Gather betonte im Gespräch mit nrwision-Chefredakteur Stefan Malter, dass ein landesweiter Fernsehsender in die Mitte von NRW, also nach Dortmund, gehöre. „Experimente, auch Fernseh-Experimente, sind übrigens an einer Technischen Universität bestens aufgehoben“, erklärte die TU-Rektorin. Der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen war begeistert von dem, was im Dortmunder Studio geboten wurde. „Wir aus den öffentlich-rechtlichen Sendern trauen uns oft zu wenig, weil wir Angst davor haben, dass Neues vielleicht etwas weniger Quote bringt als das, was schon läuft - und das ist eigentlich falsch“, so Theveßen. „Wir können das, was hier im Lernsender gemacht wird, gut gebrauchen. Und vielleicht landet davon ja mal was in unserem Programm.“
Der Direktor der Landesanstalt für Medien (LfM), Dr. Jürgen Brautmeier, erzählte im Studio, welche Erwartungen mit nrwision verknüpft sind. „Wir sind mit dem Lernsender auch bewusst ein Risiko eingegangen. Wir haben nach einem zukunftstauglichen Modell gesucht, das die Offenen Kanäle ablösen sollte. Und beim Lernsender kann inhaltlich und technisch alles ausprobiert werden. Das ist das Schöne an dem Experiment.“


Plattform für alle, die mitmachen wollen

Auch die Zulieferer, die mit ihren Produktionen das Programm des Lernsenders bestücken, kamen bei der Namensbekanntgabe zu Wort. Im Gespräch mit Chefredakteur Stefan Malter lobte Ernst Köchling vom Sälzer Fenster, einem Lokalmagazin aus Ostwestfalen, die Zusammenarbeit mit der Dortmunder Programmredaktion. „Im Offenen Kanal haben wir nur im eigenen Saft geschmort, viele haben sich selbst überschätzt“, so Köchling. „Jetzt bekommen wir ein qualifiziertes Feedback, Tipps und Tricks zum Fernsehmachen. Das ist prima.“ Falk Steinborn, Produzent der Sendung queerblick, dem ersten Magazin für schwule und lesbische Jugendliche, hob die einmalige Möglichkeit hervor, mit dem Lernsender eine Plattform zu haben, auf der tatsächlich jeder mitmachen kann. Mut zum Wahnsinn und Mut zum Scheitern gab 1LIVE-Moderatorin Sabine Heinrich den Fernsehmachern des Lernsenders mit auf den Weg. „Das ist keine Operation am offenen Herzen. Wir dürfen Fehler machen, wir bauen keinen Airbus.“

Der Fernsehsender nrwision ist bereits seit Anfang 2009 Bestandteil des Pilotprojekts »Ausbildungs- und Erprobungsfernsehen in NRW«, das von der Landesanstalt für Medien NRW gefördert wird. Das Institut für Journalistik der TU Dortmund entwickelt und betreibt den Lernsender unter der Projektleitung von Prof. Dr. Michael Steinbrecher. Unter dem Motto »Jeder kann mitmachen« ermöglicht es der Sender angehenden Medienprofis und Hobby-Filmern, ihre Werke landesweit an einem großen Publikum zu testen, und bringt damit Ideen ins TV, die im klassischen Fernsehen nicht zu sehen sind.  Dass nrwision ein Sender zum Mitmachen ist, spiegelt sich auch in der Namensfindung wider: Aus mehr als 100 Vorschlägen der Zuschauer und Programmzulieferer wurden drei in die engere Wahl genommen und zur Abstimmung gestellt. Mit 53 Prozent machte am Ende nrwision das Rennen. „Eine Mischung aus NRW und Vision, das passt zu uns“, so Chefredakteur Stefan Malter. „Wir sind und wollen eine Plattform sein, auf der alle Bürger, Studenten, Schüler und Azubis in Nordrhein-Westfalen ihre Ideen und ihr kreatives Potenzial herzeigen können und damit demonstrieren, dass Fernsehen nicht bloß konsumiert werden muss.“ Mit der Veranstaltung feierte der Sender dabei nicht nur sich selbst, sondern auch eine öffentlich zugängliche Plattform für TV-Fans, die es zu nutzen gilt.