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Siegerinnen im Spiel der Farben und Formen: Ausbildung »Mediengestalter/in Digital und Print«

Die Auszubildenden zum Mediengestalter Digital und Print bringen Farbe an die TU Dortmund. Das typische Apfelgrün der Universität begleitet sie jeden Tag. Sie führen es mit den Wünschen ihrer Auftraggeber zusammen – auf Plakaten, Flyern, Visitenkarten oder Stempeln. Bis zu zwei junge Menschen starten jedes Jahr die Ausbildung an der TU Dortmund und komponieren mit Farben, Formen und Schriften (Außer)gewöhnliches.

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„Mit dieser Ausbildung kann man sein Hobby zum Beruf machen. Ich experimentiere gerne mit Farben und mag es, kreativ zu arbeiten“, sagt Lucie Sophie Lüling. Die 19-Jährige ist im ersten Lehrjahr und hat über ein Fachabitur im Bereich Gestaltung in den Beruf gefunden. Nun ist Kreativität ihr tägliches Geschäft: Von den Mitarbeitern der TU in den Dezernaten und Fakultäten kommen die Aufträge. Sie können ganz unterschiedlich sein: Ein neues Logo für ein Institut, ein Faltblatt für eine Vorlesungsreihe oder ein Stempel für den Dekan.

„Wenn die Kunden mir ihren Wünschen auf uns zukommen, dann ist viel Menschenkenntnis gefragt. Man muss sich in den Kunden hineindenken und seine Ideen aufnehmen, um damit zu arbeiten“, weiß Ina-Maria Bunge, Auszubildende zum Mediengestalter Digital und Print im dritten Lehrjahr. „In diesem Beruf wird man jeden Tag kreativ gefordert. Ich mag es, Ideen am PC mit Hilfe der Designprogramme umzusetzen und irgendwann das fertige Produkt in den Händen zu halten.“ Ähnlich sieht das auch die Auszubildende Saskia Willenbrock: „Wir kombinieren unsere Ideen mit denen der Kunden und schaffen so Neues.“

 

Kreative Köpfe mit Menschenkenntnis gesuchtmediengestalter_print_2

Um die eigenen Ideen erfolgreich umzusetzen, bedarf es einer Vielzahl an persönlichen und fachlichen Kompetenzen. „Mediengestalter müssen mit Menschen umgehen  können. Mit den Kollegen arbeitet man zusammen an Projekten. Von den Kunden kommen die Aufträge und ihnen müssen später die Entwürfe präsentiert und vermittelt werden“, weiß Ausbilderin Nicole Rechmann. „Bis es überhaupt so weit ist, dass die Auszubildenden direkten Kundenkontakt bekommen, müssen sie beispielsweise die verschiedenen Grafikprogramme lernen. Das muss relativ eigenständig passieren.“ Nicole Rechmanns Auszubildende üben anhand von Beispielaufgaben aus dem Umfeld der TU Dortmund als auch aus der freien Wirtschaft. Um auch andere Berufsanfänger von diesen Erfahrungen profitieren zu lassen, hat die Diplom-Designerin ein Übungsbuch für Mediengestalter entwickelt, weil es bisher nur wenig Literatur zu dem Thema gibt.

Schon beim Einstellungsverfahren zeigt sich, wer ein Gespür für Gestaltung hat. Rund 80 junge Menschen bewerben sich auf die Ausbildungsstelle am IT & Medienzentrum der TU Dortmund. Sie bekommen zunächst eine Hausaufgabe gestellt, in der gestalterisches Gespür gefragt ist. Einige Bewerber werden dann zu einem Test eingeladen, in dem es neben Kreativität auch um Deutsch- und Mathematikkenntnisse geht – denn diese brauchen die Mediengestalter Digital und Print auch im Beruf. Schließlich müssen die Maße genau passen, die Texte auf den Flyern und Plakaten müssen fehlerfrei sein.

 

mediengestalter_print_3Vielfalt ist Vorteil des Ausbildungsortes TU

Die theoretischen Grundlagen, die für den Beruf benötigt werden, bekommen die Auszubildenden in der Berufsschule vermittelt. Im Blockunterricht steht der Bereich Technologie, also beispielsweise Drucktechnik, Websitegestaltung und Datenbankverwaltung, sowie das Fach Gestaltung im Mittelpunkt. Letzteres dreht sich vor allem um die zahlreichen Gesetze der Gestaltung: „Benutze maximal drei verschiedene Farben für ein Produkt“, heißt es in diesen Regeln zum Beispiel. Die praktische Umsetzung lernen die Auszubildenden an der TU Dortmund. Die Berufsanfänger dürfen aber auch über den Tellerrand hinausschauen: Durch Praktika können sie beispielsweise den Arbeitsalltag eines Fotografen oder in der Druckerei kennenlernen.

In der privaten Wirtschaft, beispielsweise in einer Werbeagentur, wäre das wohl eher nicht möglich: Dort sind die Berufsanfänger sehr viel mehr in das alltägliche Geschäft eingebunden und haben wenig Zeit, etwa den Umgang mit den Programmen zu üben. „Wir geben den Auszubildenden die Möglichkeit, in die Tiefen der Computerprogramme vorzudringen und deren Funktionen auszuprobieren. So können sie persönliche Stärken ausbauen und ihr gestalterisches Können erweitern“, erklärt Nicole Rechmann. Bei den Mediengestaltern an der TU Dortmund spielt das Lernen und Ausprobieren eine große Rolle.

 

Ausbildung an der TU Dortmund

An der TU Dortmund sind insgesamt bis zu 14 Ausbildungsberufe zu erlernen: Von B wie Biologielaborant/in bis Z wie Zerspanungsmechaniker/in gibt es eine Fülle von Möglichkeiten für eine Lehre im Umfeld der Hochschule. Ausbildungsstart ist im August bzw. September jeden Jahres. Bewerben muss man sich bereits ein Jahr vorher: Bis Ende Oktober müssen die Mappen und Zeugnisse eingereicht sein. 2011/2012 ist die TU für 124 junge Menschen Ausbildungsbetrieb. Mehr Informationen zu den einzelnen Ausbildungsberufen und Bewerbungszeiträumen gibt es hier.