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Ausbildungsberufe an der TU Dortmund: Mediengestalter/in Bild und Ton

Drehen, schneiden, senden – das sind die Tätigkeiten eines Ausbildungsberufes, den man vielleicht nicht unbedingt an der TU Dortmund erwartet. Dabei ist Fernsehen machen das tägliche Geschäft. Anstatt den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen, sind sie immer auf der Jagd nach spannenden Bildern und schönen Tönen. Bei nrwision, dem landesweiten Lernsender, den das Institut für Journalistik betreibt, werden so genannte Mediengestalter/innen Bild und Ton ausgebildet. Was sich genau dahinter verbirgt, stellen wir im ersten Teil unserer Serie über Ausbildungsberufe an der TU vor.

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„Die großen Produktionen sind etwas ganz Besonderes. Bis das ganze Studio eingerichtet ist und alles an seinem Ort ist, ist das total spannend und schön anzusehen. Schade ist nur, wenn man nach der Sendung wieder alles abbauen muss“, erzählt Viola Kleinert. Sie hat gerade ihr drittes Lehrjahr beim TV-Lernsender begonnen und entdeckt noch immer täglich Neues bei ihrer Ausbildung. Dass ein Mediengestalter auch ein Organisationstalent sein muss, hatte sie nicht erwartet. „Die Buchung der Kameras und Schnittplätze oder die Zusammenstellung der Teams für einen Dreh gehört auch zu unseren Aufgaben“, sagt die 22-Jährige.  

 

Vielfalt statt Langeweile

Auch Ausbilder Dirk Baxmann kennt die Herausforderungen des Berufs: „Mediengestalter ist sicherlich nicht der leichteste Job, den man sich vorstellen kann. Er ist sehr vielfältig.“ Zu den Tätigkeiten gehören nicht nur das Drehen mit der Kamera, Filmschnitt und Tontechnik. Die Auszubildenden lernen auch, ganze Sendungen im Studio zu produzieren, TV-Beiträge mit Graphiken und Animationen zu versehen sowie Drehmaterial nachzubearbeiten und zu kontrollieren.

Viel Praxis gibt es bei nrwision, die theoretischen Grundlagen lernen die Auszubildenden in der Berufsschule in Dortmund. Neben Englisch und Deutsch stehen Fächer wie Produktionsorganisation, Medienwirtschaft und Elektrotechnik auf dem Stundenplan.  „Wir lernen zum Beispiel, wie ein Bild in der Kamera entsteht oder wie ein Mikrofon funktioniert“, erklärt Biagio Incremona. Der 24-Jährige ist im zweiten Ausbildungsjahr und hat schon in der Jugend mit seinen Freunden gerne mit der Kamera experimentiert. Deshalb freut er sich besonders darüber, dass ein Teil der Ausbildung beim TV-Lernsender auch die Arbeit in der Lehrredaktion „do1-tv“ des Journalistik-Studienganges an der TU Dortmund ist. Dort lernen angehende Journalisten, wie man Fernsehen macht. Unterstützt werden sie von nrwision-Mediengestaltern wie Biagio Incremona und Viola Kleinert. „Durch die Zusammenarbeit erfahren wir ganz viel über den Journalismus, zum Beispiel über das Medienrecht oder darüber, wie ein Text für einen TV-Beitrag aussehen muss. Viele, die mit uns in der Berufsschule sind, lernen darüber gar nichts“, stellt die Auszubildende fest. Diese journalistischen Kenntnisse helfen bei eigenen Filmproduktionen, die fester Bestandteil der Lehre sind. Daneben ist natürlich Kreativität unverzichtbar.

 

Kein Arbeitstag wie der andere11-08-30_Mediengestalter4

Öfter mal in eine ganz andere Richtung zu denken, ist beim TV-Lernsender sogar ausdrücklich gewünscht. „Bei nrwision darf man sich mehr ausprobieren als beispielsweise bei großen TV-Sendern oder Produktionsfirmen. Es gibt verschiedenste Ausbildungsbereiche und überall ist Experimentieren erlaubt“, erläutert Ausbilder Dirk Baxmann. Diese Freiheiten haben aber auch ihren Preis. „Die Flexibilität, die den künftigen Mediengestaltern abverlangt wird, wird so weit gedehnt, wie man ein Gummiband nur dehnen kann“. Drehs am Abend, Schichten am Wochenende – all das gehört zur Lehrzeit dazu. Neben Flexibilität wird laut Dirk Baxmann von den Auszubildenden zum „Mediengestalter Bild und Ton“ zudem „ein Gefühl für Gestaltung, Sensibilität und ein hohes Maß an Selbstständigkeit“ gefordert.

Das Für und Wider ihres zukünftigen Berufes haben die beiden Auszubildenden schon kennengelernt. Nach ihrem Abschluss würde Viola Kleinert am liebsten bei einer Produktionsfirma in ihrer Heimatstadt Berlin arbeiten. Biagio Incremona träumt davon, als Cutter beim deutschen Film anzufangen. Ihre  vielfältige Ausbildung beim TV-Lernsender an der TU Dortmund ist dabei im Berufsleben sicherlich ein Pluspunkt, auch weil die Berufsaussichten in der Branche derzeit nicht gut sind.

 

Ausbildung an der TU Dortmund

An der TU Dortmund sind insgesamt bis zu 14 Ausbildungsberufe zu erlernen: Von B wie Biologielaborant/in bis Z wie Zerspanungsmechaniker/in gibt es eine Fülle von Möglichkeiten für eine Lehre im Umfeld der Hochschule. Ausbildungsstart ist im August beziehungsweise September jeden Jahres. Bewerben muss man sich bereits ein Jahr vorher: Bis Ende Oktober müssen die Mappen und Zeugnisse eingereicht sein. 2011/2012 ist die TU für 124 junge Menschen Ausbildungsbetrieb. Mehr Informationen zu den einzelnen Ausbildungsberufen und Bewerbungszeiträumen gibt es hier.