Layout fehlt: config
Promovierende sind eine Ressource, der zurzeit viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Doch nur ein kleiner Teil der Promovierten verbleibt in der Wissenschaft, der größere Teil wird außerhalb der Universität tätig. Das datengestützte Wissen zur Nachwuchsförderung ist allerdings recht unzureichend und weitere Forschung dringend erforderlich. Wir möchten auf der Tagung „Wagnis Wissenschaft: Perspektiven der Promotionsförderung und -forschung“ – die zugleich auch Abschlusstagung des Promotionskollegs „Wissensmanagement und Selbstorganisation im Kontext hochschulischer Lehr- und Lernprozesse“ ist – vorläufige Bilanz ziehen und weitere Forschungsfragen mit Experten und Expertinnen klären. Mit diesem Call for Papers laden wir zu einer gemeinsamen Gestaltung des Tagungsprogramms ein. Neben der Eröffnung durch den Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Prof. Dr. Matthias Kleiner sind folgende Plenumsvorträge vorgesehen:
Vier Panels sind als moderierte Workshops geplant:
1 Exzellenz und soziale Selektivität im akademischen Qualifizierungsprozess
Anzunehmen ist, dass die Promovierenden weitgehend aus den bildungsprivilegierten Schichten rekrutiert werden, aber wir wissen wenig über ihre soziale Herkunft und Lebensverhältnisse und darüber, wer als potenzieller Nachwuchs erkannt und gefördert wird, wie Mentorenfunktionen ausgeübt, welche Unterstützung angeboten werden und wie in Krisensituationen reagiert wird. Diese Prozesse enthalten mehrfache Diskriminierungsmöglichkeiten nach sozialer Herkunft, Geschlecht und anderen Gruppenzugehörigkeiten.
Wenig wissen wir auch über Qualitätsstandards für Promotionen und wie wissenschaftliche Exzellenz hergestellt wird. Quantitative Untersuchungen sollten hier durch qualitative Studien ergänzt werden, die auch die Erfahrungen und Leistungen von denjenigen Promovierenden und Promovierten einbeziehen, die keine stromlinienförmigen Wissenschaftsbiografien aufweisen.
Ein weiteres Forschungsdefizit gibt es zur Durchlässigkeit von der Phase I (Studienabschluss und Promotion) zur Phase II (von der Promotion zur Habilitation und zur Professur) und zu den Dropouts in diesen Prozessen. Wir wünschen uns für die Tagung Beiträge zu folgenden Fragen:
Welche Effekte treten auf bei der Auswahl und Betreuung von Promovierenden in Abhängigkeit von den Fächern/Disziplinen, dem Geschlecht der Betreuenden u. a. m.?
Wie stellt sich Exzellenz her? Wie und in welchem Ausmaß erfolgen Selektion und Förderung über Vernetzung, Patronage und Gefälligkeiten?
2 Formen der Promotion: Strukturierte Programme und Individualpromotionen
Strukturierte Programme zielen neben einer Verkürzung der vergleichsweise langen Promotionsphase in Deutschland auf die Qualitätssteigerung von Dissertationen. Das Nebeneinander unterschiedlicher Modelle eröffnet die Möglichkeit, Spielräume thematischer Anbindungen, interdisziplinäre Anschlussfähigkeit und begleitende Weiterbildungsprogramme zu vergleichen. Promovieren in Kollegs oder Graduate Schools soll die Promovierenden in die Lage versetzen, international und interdisziplinär vernetzt zu forschen und sie besser in die scientific community zu integrieren. Dabei löst die Betreuung durch mehrere Hochschullehrer/innen das „Lehrer-Schüler-Modell“ zugunsten eines „Multi-Beratungs-Modells“ ab.
Durch Strukturierung und Vereinheitlichung der Promotionsanforderungen, der Qualifizierungsangebote und Zugangsregelungen (öffentliche Ausschreibung) soll der Promotionsprozess transparenter werden und die Qualifizierungs- und Karrierechancen zielgruppengerecht optimieren. Das zentrale Erkenntnisinteresse gilt dem Mehrwert strukturierter Promotionsprogramme gegenüber Individualpromotionen für Universitäten und Promovierende und unter welchen Umständen sich bestimmte Promotionsformen eher eignen als andere.
Für dieses Panel wünschen wir uns Beiträge zu folgenden Fragen:
3 Promotionsbetreuung aus der Perspektive von Universitäten, Betreuenden und Promovierenden
Eine klarere Strukturierung der Promotionsphase wirkt sich, so ist anzunehmen, auf die Formen der Betreuung aus. Bislang ist die Promotionsbetreuung hinsichtlich der zu erbringenden Leistungen auf Seiten der Betreuenden wie der Promovierenden selten formal geregelt. Vereinbarungen, wie sie einzelne Fachbereiche/Fakultäten und Universitäten eingeführt haben, können ein erster Schritt zu ihrer Regelung und Qualitätssicherung sein. Für dieses Panel wünschen wir uns Beiträge zu folgenden Fragen:
4 Der Erwerb von Kompetenzen im Promotionsprozess
In der Promotionsphase sollten neben der Fachkompetenz auch Kompetenzen für Karrieren in Universitäten und Forschung sowie für Karrieren außerhalb von Hochschulen erworben werden. Weiterbildungsangebote für Promovierende sind i. d. R auf akademische Karrieren ausgerichtet, in Graduiertenprogrammen sind dies häufig Weiterbildungen, die neben dem Fachwissenschaftlichen auch außerfachliche Schlüsselkompetenzen wie hochschuldidaktische Lehrkompetenz, Projektmanagement und Karriereplanung fördern. Außeruniversitäre Arbeitsfelder werden weitaus seltener berücksichtigt, obwohl der größere Teil der Promovierten dort eine berufliche Zukunft findet. Die Promovierten außerhalb der Wissenschaft leisten als professionals häufig einen Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis, indem sie Themen aus der Praxis bearbeiten oder nach der Promotion die Praxis erforschen bzw. neue wissenschaftliche Erkenntnisse für die praktische Arbeit nutzbar machen. Wir wünschen uns für die Tagung Beiträge zu folgenden Fragen:
Bitte schicken Sie Skizzen für Ihre Beiträge zu einem der Panels (eine Seite) entweder für einen Impulsvortrag (ca. 10 Minuten) oder für eine Posterpräsentation bis zum 01.08.2008 an Karin Mohn (karin.mohn(at)tu-dortmund.de).
Für inhaltliche Fragen (Dr. Jutta Wergen, 0231/755-7202, jutta.wergen(at)tu-dortmund.de und Prof. Dr. Sigrid Metz-Göckel, 0231/755-5530, sigrid.metz-goeckel(at)tu-dortmund.de) oder organisatorische Auskünfte (Karin Mohn, 0231/755-6533) stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Auf Ihre Rückmeldungen freuen wir uns!