01. Dezember 2010: Ehemalige Reichsbahnverwaltung Konrad-Adenauer-Ufer, Köln
04. Mai 2011: Forum Ludwig, Aachen
Frau Ilga
RWTH Aachen
Lehrgebiet Denkmalpflege
Schinkelstraße 1
52056 Aachen
Tel: (0241) 80-95235
Unter dem Begriff der "Industriekultur“ hat es in den vergangenen Jahrzehnten eine beeindruckende Entwicklung gegeben. Das Amt für Denkmalpflege im Rheinland, das Lehr- und Forschungsgebiet Denkmalpflege und das Institut für Städtebau und Landesplanung der RWTH Aachen, das Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung der TU Dortmund, das Haus der Architektur Köln sowie die Rheinische Industriekultur e.V. veranstalten im Herbst 2010 sowie im Frühjahr 2011 zu diesem Phänomen gemeinsam zwei Tagungen in Köln und Aachen.
© Uwe Grützner
Um "Verkehrsbauten und die 'Industrien der Mitte’ zwischen den Revieren“ geht es am 01. Dezember 2010 in Köln. Jahrhundertelang lag Köln im Zentrum wichtiger Verkehrsstränge, war einer der bedeutendsten Plätze für den Austausch von Waren zwischen Süd und Nord, Ost und West. Mit dem Mediapark auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Gereon und dem Rheinauhafen kann Köln zwei bemerkenswerte Beispiele für die Umwandlung alter Verkehrsflächen vorweisen. Auch die Industriestruktur war mit der Herstellung von Bergwerksmaschinen in der Maschinenfabrik Humboldt (später Humboldt-Klöckner-Deutz), mit den Drahtseilen von Felten & Guilleaume und den Förderbändern der Rheinischen Gummiwarenfabrik Clouth auf die benachbarte Montanindustrie orientiert. Zwei dieser Firmen (Clouth und Humboldt) stehen heute im Zentrum kommunalpolitischer Wirtschafts- und Flächenpolitik; das Carlswerk von Felten & Guilleaume mit dem Schanzenviertel bietet herausragende Aktivitäten privater Investitionen, durch die es gelingen könnte, einen behutsamen und substanzorientierten Strukturwandel ohne die gewaltigen, die Situation im Ruhrgebiet prägenden Subventionen zu bewältigen. Die Tagung wird in der ehemaligen Reichsbahnverwaltung am Konrad-Adenauer-Ufer in Verbindung mit der Städtebauaustellung des Ministeriums für Bauen und Verkehr/Regionale 2010 stattfinden
Die letzte Tagung in Aachen am 04. Mai 2011 widmet sich schließlich im Forum Ludwig "Wolltuche, Kohle, Messing und mehr“. Als reges Zentrum einer schon in der frühen Neuzeit im Verlagssystem prosperierenden Tuchindustrie zwischen Verviers, Eupen und Monschau war Aachen berühmt für seine Wollstoffe. Seit dem Dampfmaschinenzeitalter siedelten die Unternehmen sich im Nahbereich der Stadt an, fielen aber schon früh dem industriellen Wandel seit den 1960er Jahren zum Opfer und bieten seit Jahrzehnten tief eingebunden in die Struktur der Stadt Beispiele für End- und so genannte Zwischennutzungen. Ein anspruchsvolles Beispiel für die geplante Umwandlung großzügiger Eisenbahnflächen bietet der Bahnhof Aachen-West mit den dorthin zielenden Erweiterungsabsichten der RWTH.
Bereits am 28. April 2010 fand auf Zeche Zollverein in Essen die erste Tagung statt. Unter dem Thema "Industrie Kultur" ging es dort um den industriellen Wandel und das montanindustrielle Erbe als Chance für die nachhaltige Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert. Im Zentrum des Symposiums standen die Chancen und Potenziale, die sich durch die Einbeziehung des montanindustriellen Erbes für eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Stadt- und Regionalentwicklung bieten.
Die Tagungen dauern jeweils einen Tag. Sie bauen thematisch aufeinander auf und nehmen Bezug zum spezifischen Hintergrund des industriellen Wandels. Die Tagungsreihe wird sich besonders mit denkmalpflegerischen, behutsamen, substanzorientierten und ressourcenschonenden Ansätzen des Strukturwandels beschäftigen.
Der Teilnahmebeitrag beträgt jeweils 25 Euro. Für Studierende entfallen die Kosten.