St. Petri
8. Dezember, um 19:30 Uhr
Workshop:
8. Dezember, um 15:00 Uhr, Emil-Figge-Str. 50, UG, Studiobühne
Kurz vor Weihnachten widmet sich das 31. Komponistenportrait der TU-Dortmund nicht nur einem religiösen Thema, sondern auch gleich vier zeitgenössischen Künstlerinnen unterschiedlichen Alters: Eva-Maria Houben, Christina Cordelia Messner, Brigitta Muntendorf und Makiko Nishikaze haben sich gemeinsam mit der trauernden Mutter Gottes beschäftigt und ein Stabat Mater aus vier Teilen für Cello und Soporan komponiert. Diese einzigartige Komposition wird am Mittwoch, 8. Dezember um 19.30 Uhr in der Stadtkirche St. Petri zu hören sein, Ausführende sind Irene Kurka (Sopran) und Burkart Zeller (Violoncello).
Parallel wird wieder ein Workshop angeboten, bei dem die vier Komponistinnen einen persönlichen Einblick in ihre Arbeit und ihr Werk geben. Dabei haben die Teilnehmer immer wieder die Gelegenheit, Fragen zu stellen, etwas über Neue Musik zu erfahren und einen Einstieg in die außerordentlich lebhafte und vielfältige Auseinandersetzung zeitgenössischer Komponisten mit Problemen der Gegenwart zu finden.
Der Workshop beginnt vor dem Konzert am 8. Dezember um 15 Uhr in der Studiobühne, Emil-Figge-Straße 50 (Untergeschoss) und wird am Donnerstag von 10 bis 13 Uhr fortgesetzt. Alle neugierigen Studenten und Nicht-Studenten sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.
Makiko Nishikaze wurde 1968 in Japan geboren, heute lebt und arbeitet sie in Berlin. Nishikaze studierte Komposition an der Aichi University of Fine Arts and Music in Nagoya, anschließend bei Alvin Curran am Mills College in Kalifornien und als Meisterschülerin bei Walter Zimmermann an der Hochschule der Künste Berlin. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, zuletzt 2007 den Förderungs-preis, Kunstpreis Berlin. Kompositionsaufträge für Festivals Neuer Musik führten Nishikaze unter anderem nach Montreal, Kanagawa, Berlin, Stuttgart und Donaueschingen. Dabei arbeitete sie mit namhaften Ensembles wie dem Nouvel Ensemble Moderne Montreal, dem Modern Art Sextett Berlin, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin sowie dem SWR Sinfonieorchester zusammen. Im Fach Experimentelle Musik war Nishikaze 2006 Lehrbeauftragte an der Universität der Künste Berlin. Zudem unterrichtete sie Schulmusik in Japan und seit 2009 wieder in Berlin Komposition.
1982 in Hamburg geboren, absolvierte Brigitta Muntendorf ihr Kompositionsstudium bei Younghi Paagh-Paan und Günther Steinke an der HfK Bremen, sowie an der HfMT Köln bei Krzysztof Meyer, Rebecca Saunders und Johannes Schöllhorn, bei dem sie 2010 ihr Studium mit dem Konzertexamen abschloss. Uraufführungen bei verschiedenen Festivals (u.a. Heidelberger Biennale für Neue Musik, Ohren auf Europa, Diagonale Festival, Musik-Triennale, demnächst in der WDR-Konzertreihe ensemble.Europa). Sie erhielt ver-schiedene Preise und Stipendien, z.B. den ersten Preis des Hochschulewettbewerbs der HfMT Köln mit einer Uraufführung von CRACK für großes Orchester, ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes und das Bernd-Alois-Zimmermann Stipendium der Stadt Köln 2009. Im selben Jahr gründete sie das Ensemble Garage, das in inszenierten Konzerten Stücke junger Kom-ponistinnen und Komponisten zur Aufführung bringt. Im Oktober 2010 hat sie ihr halbjähriges Stipendium an der Cité Internationale des Arts in Paris angetreten.
Eva-Maria Houben wurde 1955 in Rheinberg am Niederrhein geboren. Sie studierte Schulmusik und Orgel an der Folkwang-Hochschule Essen und Ger-manistik an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg und promovierte dort im Fach Musik-wissenschaft. Houben unterrichtete zunächst Musik und Deutsch an verschiedenen Gymnasien sowie Musikwissenschaft an der Gerhard-Mercator-Uni-versität Duisburg und an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. 1993 wurde sie als Professorin nach Dortmund berufen; Schwerpunkte ihrer Forschung und Lehre sind Musiktheorie und Neue Musik. Darüber hinaus gibt sie regelmäßig Orgelkonzerte. Houbens Werk umfasst Musik für Orgel, Klavier und andere Solo-instrumente, Duos, Trios, Streichquartette, Kompositionen für Bläser-ensemble, Kammerensemble, Stimme und Klavier, Stimme und Ensemble sowie Orchester und Chor. In ihren Buchveröffentlichungen widmet sie sich vor allem der Neuen Musik, (Adriana Hölszky, Violeta Dinescu, Hans-Joachim Hespos, Istvàn Zelenka u.a.), aber auch einem neuen Hören traditioneller Musik (z.B. von Berlioz, Bruckner oder Schubert).
Christina Cordelia Messner lebt und arbeitet in Köln. Sie absolvierte ihr Musikstudium von 1991–1996 in Würzburg mit Hauptfach Violine bei Prof. Max Speermann und Wahlfach Komposition bei Prof. C. Wünsch. Eine zusätzliche Ausbildung in Improvisation erhielt sie bei Harald Kimmig in Freiburg. Christina C. Messner arbeitet bei zahl-reichen Projekten, Konzerten und Kursen im Bereich Neue Musik, Performance und Improvisation mit namhaften Künstlern zusammen wie z.B. Noritoshi Hirakawa (New York) oder im improvisierenden F’orkestra Freiburg mit Steve Lacy und John Tchicai. Seit 1994 werden die Kompositionen von Christina C. Messner aufgeführt, unter anderem bei der Muziek Biennale Niederrhein, im Konzerthaus Berlin, im Toscanasaal der Würzburger Residenz, im Rahmen des Rhein-Erft-Zyklus, bei weiteren Festivals und Wett-bewerben. Christina C. Messner erhält Aufträge von Solisten und Ensembles für Multi-Mediale Gesamtprojekte, Kammermusik oder Orchesterwerke. Bei Auftritten des von ihr gegründeten C.C. Messner Ensemble fließen auch szenische Aspekte in die Kompositionen mit ein.